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Noch sind viele Fragen offen bei den Fußballern des TSV Bayer Dormagen

Fußball : Noch viele Fragen offen bei Bayer-Kickern

Bisher konnten die Bezirksliga-Fußballer aus Dormagen noch nicht alle Erwartungen erfüllen, hatten aber auch gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. Spaß macht die Offensive, in der Defensive hakt’s.

Das tatsächliche Leistungsvermögen des TSV Bayer Dormagen ist ganz schwer einzuschätzen. Zum einen hat der Fußball-Bezirksligist sein Limit noch nicht erreicht, zum anderen konnte Trainer Frank Lambertz bisher nur selten aus dem Vollen schöpfen.

Der Saisonverlauf Die bisherige Saison war eine Achterbahnfahrt für den TSV: Auf einen Auftakt nach Maß mit Siegen gegen den DSC 99 (6:3), Lohausen (3:2) und Gerresheim (4:3) folgte vor der Zwangspause eine kleine Talfahrt. „Der Saisonverlauf war bisher nicht wirklich geschmeidig. Auch die Siege waren nicht überragend, sondern eher unserer individuellen Qualität zu verdanken“, sagt Lambertz. Sogar ausgesprochen holprig verliefen die letzten drei Begegnungen: 2:5 gegen Gnadental, 0:3 in Ratingen und ein müdes 2:2 gegen den Tabellenletzten Kalkum brachten Dormagen vorerst auf Rang neun.

Das war gut Offensive ist Trumpf am Höhenberg. Lambertz: „Die Jungs haben sich schnell im neuen Spielsystem zurechtgefunden. Wir wollten mehr Torgefahr und die strahlen wir jetzt auch aus.“ Die Taktik sorge zwar oft für „Handballergebnisse“, räumt der Coach ein, aber das nimmt er gerne in Kauf. Großen Anteil an der neuen Angriffs-Power haben die Neuen: Lukasz Koziatek, Michael Hausdörfer und Marc Naroska sind beim TSV voll eingeschlagen. „Sie sind echt ein Traum“, schwärmt Lambertz.

Das war schlecht Dafür hakt es in der Defensive. „Wir kassieren noch zu viele Tore. Da müssen wir unbedingt dran arbeiten“, fordert der Trainer. Die Gegentreffer-Flut hatte dreimal zur Folge, dass die ambitionierten Dormagener Punkte liegenließen, an Stellen, wo es nicht hätte sein müssen. Lambertz: „So kommt es auch, dass es tabellarisch auf dem ersten Blick nicht ganz so gut aussieht, aber wir haben eben auch noch ein, beziehungsweise zwei Spiele weniger als der Rest.“

Personalien Lambertz kann zwar von überaus gelungenen Transfers berichten, wird aber auch von argen Verletzungssorgen geplagt. Dafür steht vor allem der aus Uedesheim gekommene Lukasz Koziatek: Der feine Techniker überzeugte im ersten Spiel mit drei Treffern, fiel direkt danach aber mit einem Außenbandriss für mehrere Wochen aus. „Die Verletztenliste wurde immer größer, so dass wir den Qualitätsverlust irgendwann schlichtweg nicht mehr auffangen konnten“, erklärt Lambertz. Das Gegenbeispiel: Michael Hausdörfer kam zusammen mit Koziatek aus Uedesheim, blieb bisher verletzungsfrei und wusste mit vier Toren und zwei Vorlagen auch zu überzeugen. „Solche Spieler haben uns in den letzten Jahren noch gefehlt“, gerät Lambertz regelrecht ins Schwärmen. Zum geplanten Restart könnte er dann auch noch einen Rückkehrer im Kader begrüßen: Sven Sistig spielte bereits von 2009 bis 2017 beim TSV, phasenweise sogar in der Landesliga, und schließt sich, nachdem er in der Vergangenheit beruflich bedingt kürzertreten musste, der Lambertz-Truppe an.

Ausblick Wann Sistig sein Comeback feiern kann, ist aber noch ungewiss. Anders als mancher seine Trainerkollegen hält sich Lambertz mit Prognosen zurück. „Ich würde so voreilig noch keine Schlüsse ziehen. Ich sehe die Saison noch nicht so gefährdet. Wir können ja bis Ende Juni spielen, dann kommen höchstens ein paar englische Wochen auf uns zu“, stellt er optimistisch gestimmt fest. Sobald der Ball wieder rollt, hat der TSV dann die Frage zu beantworten, zu was er in dieser Spielzeit tatsächlich fähig ist. „Wenn wir weitestgehend komplett und fit sind, müssen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken“, ist sich Lambertz sicher.