Nicht so einfach, aber:: Nievenheim ist in der Bundesliga

Nicht so einfach, aber:: Nievenheim ist in der Bundesliga

Von David Mayer

Von David Mayer

Der Rhein-Kreis Neuss hat eine neue Bundesliga-Mannschaft - fast zumindest. Der VdS Nievenheim wird nämlich Teil einer Bundesliga-Mannschaft. Im Taekwondo ist das mit der Bundesliga nämlich nicht ganz so einfach wie beispielsweise im Handball oder Fußball. Das Bundesliga-Team von Swisttal United, h.v.l.: Carsten Hirsch, Ferry Greevink, Volker Wodzich. Mitte v.l.: Christian Hein, Robin Betz, Esther Scholten, David Wrobel, Alparslan Kantar. V.v.l.: Daniel Wildförster, Amanda Pecher, Saldirak Erol, Nildim Kayas, Tuncat Levent, Ramona Wrobel, Nadine Slamnig, Yvonne Luttikhuis. NGZ-Foto: H. Jazyk

Fast kein Verein hat genügend Kämpfer, um alleine in der 1. Liga anzutreten, und so waren die Nievenheimer heilfroh, als Dimitrios Lautenschläger aus Swisttal anrief, um zu fragen, ob der VdS nicht Interesse an einer Kampfgemeinschaft hätte. Nun starten die Nievenheimer Kämpfer unter anderem zusammen mit Sportlern aus Swisttal und Holland zum ersten Mal in der 1. Taekwondo-Bundesliga.

Das Team geht unter dem Namen Swisttal United an den Start und verpasst damit den Status als Gründungsmitglied um genau ein Jahr. Denn es ist erst die zweite Saison überhaupt, die in der deutschen Taekwondo-Bundesliga ausgetragen wird.

Doch der Neuling hat gleich hohe Ansprüche: "Wir habe einen Platz unter den ersten Drei auf der Rechnung", gibt sich der Nievenheimer Trainer Peter van den Acker selbstbewusst. Dazu hat er allerdings auch Grund: Im Kader von Swisttal United stehen absolute Weltklasse-Kämpfer - Ferry Greevink aus Holland beispielsweise war schon Weltmeister im Schwergewicht.

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Ein weiterer Star ist die Nievenheimerin Esther Scholten. Nur knapp und durch umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen in der Qualifikation verpasste sie das Ticket zu den Olympischen Spielen in Athen. Viele der Sportler sind zudem im deutschen Bundeskader und einige sind amtierende Deutsche Meister. Vor Integrations-Problemen in der aus immerhin fünf Mannschaften bestehenden Kampf-Gemeinschaft hat Scholten keine Sorge: "Hier kennt eigentlich jeder jeden. Die meisten sind sich schon auf Turnieren begegnet".

Am 3. Oktober beginnt das Unternehmen Bundesliga für Swisttal United mit einem Wettkampf gegen Rhein-Ruhr-Westfalen. Die Taekwondo-Liga ist in eine Nord- und in eine Süd-Gruppe mit je fünf Teams aufgeteilt. Am Ende gibt es einen Entscheidungs-Kampf zwischen den beiden Erstplatzierten. Für das Team von United stehen mitunter weite Fahrten an.

Beispielsweise finden Wettkämpfe in Hamburg und Ost-Deutschland statt. Nur mit Hilfe von Sponsoren sind die Reisekosten zu bewältigen. Außer Aufwandsentschädigungen bleibt für die Top-Athleten allerdings nichts über - der Sport steht für alle absolut im Vordergrund. Und der Aufwand ist enorm: Ferry Greevink etwa trainiert zu Hause in Holland und kommt nur zu den Wettkämpfen nach Deutschland. Auch die anderen absolvieren ihre Trainingseinheiten weiter bei ihren Heimatvereinen und in den National-Kadern.

Doch diese Umstände nehmen die Kämpfer gerne in Kauf, um in der Bundesliga dabei zu sein. "Unsere Sportart ist noch lange nicht so weit, dass die Kämpfer Prämien kassieren könnten. Da gehört schon eine ganze Portion Idealismus zu", bestätigt Lautenschläger. Pro Begegnung kämpfen Frauen und Männer in je drei beziehungsweise vier Gewichtsklassen gegeneinander.

Danach werden die Ergebnisse zusammengerechnet und der Sieger ermittelt. Vom VdS starten neben Scholten auch Mazlum Güloglu, Jannis Dakos und Robin Betz. Viele der Kämpfer kommen aus Swisttal, wo eines von zwei Taekwondo-Internaten in Deutschland steht.

(NGZ)
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