Fußball Nievenheim baut im Abstiegskampf aufs Kollektiv

Nievenheim · Optimismus beim Fußball-Oberligisten trotz großer Personalprobleme. Zum Rückrundenstart geht's nach Oberbilk.

 Leitwolf im Abstiegskampf: VdS-Kapitän Mehmet Yilmaz.

Leitwolf im Abstiegskampf: VdS-Kapitän Mehmet Yilmaz.

Foto: L. Hammer

So richtig viel hat die Winterpause für die Oberliga-Fußballer des VdS Nievenheim ja nicht gebracht. Vor dem Rückrundenstart morgen im Stadion an der Feuerbachstraße gegen Gastgeber TuRU Düsseldorf (Anstoß 15 Uhr) plagen den Neuling sogar noch größere Personalsorgen als im Dezember. Entsprechend mau fiel die Vorbereitung aus. "Da hatten wir phasenweise zehn Verletzte", klagt Trainer Marko Niestroj.

Aktuell sieht die Lage folgendermaßen aus: Nils Dübbert macht erst mal Pause vom Fußball, Sascha Pelka zwickt's erneut an der Leiste und beschränkt sich im Moment ebenso auf leichtes Lauftraining wie Kai Pelzer (Rekonvaleszent nach Fußbruch). Patrick Wesoly ist wieder in die Rolle des Dauerpatienten geschlüpft, bei Stephan Volk wurden die Schrauben aus dem vor gut einem Jahr gebrochenen Arm entfernt und Salvatore "der Rote" Franciamore ist gerade erst den Gips an seiner vor knapp vier Wochen gebrochenen Hand losgeworden. Tim Rohde war zuletzt beruflich für sechs Wochen gebunden und hat darum nur Teile der Vorbereitung mitgemacht. Nach seiner schweren Blessur am Kreuzband steigt Swen Rommerskirchen erst in drei bis vier Wochen wieder ins Mannschaftstraining ein, für Alex Hauptmann (Kreuzbandriss) ist die Saison schon lange vorbei.

Vor allem die drohenden oder sicheren Ausfälle der Routiniers Pelka, Franciamore, Volk und Pelzer bedrücken Niestroj sehr, "denn sie haben 80 Prozent der Spiele gemacht und ziehen die Mannschaft gemeinsam mit Kapitän Mehmet Yilmaz mit. Einen Spieler wie Kai Pelzer würde ich, wenn es sein müsste, selber auf den Platz tragen". In die Vorbereitung war der VdS mit Siegen über die Bezirksligisten SG Kaarst (4:2) und SV Wermelskirchen (6:1) sowie den Landesligisten TSV Bayer Dormagen (4:0) gestartet. Danach setzte es jedoch Niederlagen gegen die Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck (3:6) und FC Bergheim (1:2) sowie die Bundesliga-A-Junioren von Fortuna Düsseldorf (0:5). Durchaus als willkommene Verstärkung erwies sich dabei der torgefährliche Japaner Keisuke Ota. "Ein kleiner, schneller Mann, ideal fürs Umschaltspiel geeignet", lobt Niestroj. Ebenso ein Kandidat für die Anfangsformation ist morgen Tolga Tokcan. Dem 25-Jährigen sei die fast sechsmonatige Wettkampfpause zwar anzumerken, schränkt der Coach ein, doch der oberligaerfahrene Mittelfeldspieler (Wülfrath, Baumberg) könnte dem Aufsteiger mit seinem Kampfgeist noch wertvolle Dienste im knüppelharten Abstiegsgeschäft leisten. In der Defensive liegt das Arbeitsgebiet des fleißigen Japaners Hikaru Kase.

Niestroj möchte den Fokus indes nicht so sehr auf die individuellen Qualitäten seines Kaders legen: "Wir kommen nur übers Kollektiv. Das hat uns im Aufstiegsjahr und in der Hinrunde stark gemacht. In zwei, drei Wochen sieht es dann auch personell wieder besser aus - und bis dahin müssen die Jungs, die da sind, Vollgas geben."

Der 1:0-Heimsieg über die TuRU im Hinspiel dient Niestroj dabei nur bedingt als Muster. "Da hatten wir Glück, TuRU war besser." Die Einschätzung seines Trainerkollegen Frank Zilles, "das ist ein Spiel auf Augenhöhe", teilt er darum nur in Bezug auf die Tabelle, in der die Kontrahenten nur das Torverhältnis trennt. Der große Unterschied: Seit Saisonbeginn hat Zilles zehn neue Spieler bekommen - zuletzt stießen Michael Preuß (GW Wuppertal), Tiziano Lo Iacono (Germania Windeck), die Japaner Nozomu Nozaka und Satoru Kashiwashi sowie Andreas Plödereder aus der eigenen Reserve zum Team. Marco Lüttgen, Nikola Aleksic, Zissis Alexandris und Uwe Brüggemann gingen.

(NGZ)
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