Ringen: Niederlage mit Lichtblicken für den KSK

Ringen : Niederlage mit Lichtblicken für den KSK

Ringer-Bundesliga Konkordia Neuss verliert den letzten Saisonkampf gegen Bonn-Duisdorf 15:21

Schon zur Halbzeit knallten am Samstagabend beim KSK Konkordia Neuss die Sektkorken. Zwar bot die abgelaufene Saison in der Ringer-Bundesliga in etwa soviel Anlass zum Feiern wie ein Auffahrunfall, doch die Klub-Spitze nahm den mühsam erreichten Klassenverbleib als Zeichen zum Aufbruch: "Der KSK ist sicher an einem Tief. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass es aufwärts geht", sprach KSK-Urgestein Horst Faller. Und zumindest in Ansätzen war bei der 15:21-Heimniederlage – die 13. im 16. Kampf – gegen den TKSV Bonn-Duisdorf zum Saisonabschluss ein Aufwärtstrend bereits sichtbar.

So wollten immerhin rund 220 Zuschauer das letzte verbliebene West-Derby sehen und bekamen dabei nach der Pause auch fünf Kämpfe von durchaus gehobener Qualität geboten. Für die sorgte vor allem Saba Khubezhty (74 kg). Der hitzige KSK-Russe, wegen Handgreiflichkeiten in der abgelaufenen Saison für sieben Kampftage gesperrt, behielt diesmal kühlen Kopf und rang den Ex-KSK'ler Georg Harth klar 3:0 nieder. Dessen Bruder David dominierte Nikolay Bayryakov (84 kg) ebenso deutlich. Und Ilyas Özdemir (74 kg) hatte im Geduldsspiel gegen den Letten Stefan Daniliuc (3:2) das bessere Ende für sich. Samet Dülger (66 kg) verlor indes gegen den ganz starken Dänen Stefan Daniliuc (1:3) ebenso wie Yusuf Köse (84 kg) gegen Piotr Ianuluv.

Der KSK war somit im zweiten Durchgang mindestens ebenbürtig. Dumm nur, dass da der Kampf eigentlich schon entschieden war. Denn mit einer vor der Pause ebenso wenig kompletten wie schlagkräftigen Truppe hatte sich Neuss einen 5:13-Rückstand eingehandelt. Zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Kämpfen konnte der KSK nicht alle Klassen besetzen. Diesmal war der kurzfristige Ausfall von Mimoun Touba (60 kg) nicht zu kompensieren. Hinzu kamen weitere Verletzungen (Mihail Efremow, Erich Marjalke, Georgi Zlatanski), ein familiärer Todesfall (Ismail Baygus) sowie fehlende Verbands-Freigaben.

Letzteres zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. "Auf dem Papier haben wir eine Riesen-Mannschaft", beharrt KSK-Boss Herrmann-J. Kahlenberg, "unsere Problem ist, dass unsere Ringer zu gut sind." Es ist das Neusser Kardinal-Problem: Was bringen die besten Ringer im Kader, wenn sie nicht kämpfen? Ihren Vertretern konnte man kaum einen Vorwurf machen. Nachdem Sergiy Skripka (55 kg) mit einer starken Leistung gegen Vasileios Tersinidis für eine 3:0-Führung gesorgt hatte, verkaufte sich Sergey Lupin (120 kg) beim 0:3 gegen William Harth ordentlich. Jackson Vaillant (96 kg) ging beim 2:3 gegen Felix Radinger die Puste aus, nur Mahmut Cavusoglu (84 kg) war beim 0:3 gegen den früheren Neusser Sylvester Charzewski chancenlos.

(NGZ)
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