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Niederlage für Bayer Dormagen gegen Wilhelmshaven

2. Handball-Bundesliga : Die nächste Pleite für Bayer Dormagen

Für den schwachen Auftritt beim TV Großwallstadt am Dienstag konnte sich der TSV Bayer Dormagen nicht rehabilitieren. Gegen den abstiegsbedrohten Wilhelmshavener HV setzte es am Freitagabend eine Heimniederlage.

Eigentlich hätte Dusko Bilanovic allen Grund gehabt, sich auf Samstag zu freuen. Schließlich kommt die Familie zu Besuch und sogar die Tochter hat versprochen, aus New York anzurufen. Der Grund für den Auftrieb ist, dass der Serbe am 29. Mai 1971 geboren wurde, also sein 50. Lebensjahr vollendet. Doch es könnte gut sein, dass im Hause Bilanovic nicht so richtig Feierlaune aufkommt, denn nach der 25:27 (12:12)-Heimniederlage der Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am Freitagabend gegen den stark abstiegsbedrohten Wilhelmshavener HV war das Familienoberhaupt mächtig angefressen. Der TSV-Coach hatte nach der schwachen Vorstellung bei der 27:35-Auswärtspleite am Dienstag beim TV Großwallstadt auf Wiedergutmachung gehofft, doch daraus wurde absolut nichts. Irgendwie hat es den Anschein, als gingen dem TSV in der Endphase einer in jeder Hinsicht fordernden Saison die Kräfte aus.

„Na klar ist das eine harte Saison. Aber für alle Mannschaften, deswegen kann das keine Entschuldigung sein“, meinte Alexander Senden nach der Partie. Obwohl auch er nach einer langen Ausfallzeit noch nach seiner Bestform sucht, war er gegen Wilhelmshaven mit sechs Toren der beste Bayer-Schütze. Das entsprach einer Wurfquote von 60 Prozent. Hätten die noch mehr Spieler erreicht, hätte es für die Gastgeber zu etwas Zählbarem reichen können. So aber standen unter dem Strich 22 Fehlwürfe und elf technische Fehler. „So kannst du kein Spiel gewinnen“, resümierte der sichtlich angesäuerte Bilanovic nach der Partie. „Wir haben nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind nicht in unser Tempospiel reingekommen und haben vorne viel zu überhastet abgeschlossen.“ Über den Gegner meinte der Serbe schon fast bewundernd: „Die haben ums Überleben gekämpft und am Ende verdient gewonnen.“

  • Patrick Hüter kassierte mit dem TSV
    2. Handball-Bundesliga : Tiefer Durchhänger beim TSV Bayer Dormagen
  • Alexander Senden traf fünfmal gegen Großwallstadt.
    2. Handball-Bundesliga : Bayer Dormagen in Großwallstadt chancenlos
  • Gute Leistung im Tor: Sven Bartmann.
    Handball : Start-Ziel-Sieg für den TSV

In einer sehr zerfahrenen ersten Hälfte konnten die Dormagener die Partie noch offenhalten, auch wenn sie hart um fast jedes Tor kämpfen mussten. Hoffnung machte dabei insbesondere in der 15. Minute das Comeback das Halbrechten André Meuser nach längerer Verletzungspause. Mit einem starken Anspiel auf Rechtsaußen Jakub Sterba, das zum 5:5 führte, und zwei Toren zum 7:6 (18.) und 8:7 (20.) fing er ganz stark an, doch dann baute er auch ganz stark ab. In der im Nachhinein entscheidenden Anfangsphase der zweiten Hälfte war er mit einigen unglücklichen Aktionen daran beteiligt, dass die Gäste auf 17:13 (37.) davonziehen konnten. Ein Rückstand, dem die Dormagener in der Folge vergeblich hinterherliefen. Danach blieb Meuser fast komplett auf der Bank. „Den Spielern, die gerade erst zurückgekommen sind, kann ich keine Vorwürfe machen“, meinte Bilanovic. Dazu gehört auch Torwart Martin Juzbasic, der in der dritten Partie nach seiner vollständigen Genesung mit acht Paraden eine solide Vorstellung ablieferte, aber deutlich hinter WHV-Schlussmann Ivan Eres mit 15 gehaltenen Bällen zurückblieb.

Hoffnung keimte noch mal auf, als Juzbasic-Kollege Sven Bartmann in der 53. Minute seinen zweiten Siebenmeter entschärfte und kurz darauf TSV-Rückraumspieler Benjamin Richter einen Siebenmeter zum 21:23 verwandelte. Dann ging Wilhelmshaven zwar wieder auf vier Tore davon, doch als Richter in der 59. Minute erneut per Siebenmeter auf 24:26 verkürzte und die offene Dormagener Deckung zu Verwirrung bei den Gästen führte, war sogar doch noch ein Unentschieden drin. Doch ein schlechter Pass nach Balleroberung von Aron Seesing und ein wohl zu Unrecht als Stürmerfoul abgepfiffenes Tor von Ian Hüter verhinderte, dass doch noch etwas Zählbares heraussprang. Was letztlich angesichts des engagierten Auftritts der Wilhelmshavener aber auch unverdient gewesen wäre. Dusko Bilanovic hätte im Sinne einer schöneren Geburtstagsfeier aber wahrscheinlich den Punkt dennoch gerne genommen.