Lokalsport : Nicht alle Register gezogen

Gegen die schwachen Gäste des vor Saisonbeginn zum Kreis der Aufstiegsfavoriten zählenden HSC Coburg reichte Handball-Zweitligist TV Korschenbroich eine durchschnittliche Leistung zu einem souveränen Sieg.

Höfliche Hausherren, ratlose Gäste: Nach dem verdienten 31:25 -Arbeitssieg des TV Korschenbroich (Halbzeit 16:13) in der Zweiten Handball-Bundesliga über den Tabellenvorletzten HSC 2000 Coburg sprachen die Verantwortlichen der Gastgeber nur verschlüsselt das aus, was viele der rund 700 Zuschauer in der Waldsporthalle dachten. "Wir brauchten heute gar nicht so viel zu tun", sagte TVK-Trainer Khalid Khan. "Das war kein hochklassiges Spiel", ergänzte Schlussmann Thomas Bauer und Geschäftsführer Peter Irmen, fand den Auftritt der Coburger gar "fast schon ein wenig lustlos".

Der mit internationalen Akteuren gespickte Kader des HSC 2000 Coburg zeigte in Korschenbroich nach der Krisensitzung unter der Woche nicht die erhoffte Reaktion, ergab sich fast widerstandslos in sein sportliches Schicksal. Eine sportliche Demonstration für den in die Kritik geratenen HSC-Coach Georgi Sviridenko sieht jedenfalls anders aus. "Ein wenig mehr Emotion hätte ich schon erwartet, aber dann hätten wir auch noch einmal zulegen können", gab Bauer seine Eindrücke wieder. Der Österreicher im Korschenbroicher Tor, der am Dienstag voraussichtlich von seinem Verband für die Europameisterschaften im eigenen Land nominiert wird, gehörte einmal mehr zu den Leistungsträgern im Team der Hausherren.

Vor allem Linkshänder Christoph Piske nutzte die Bewährungschance und gefiel im ersten Durchgang mit sehenswerten Treffern und hatte maßgeblichen Anteil an der 11:8-Führung (16.), die Sviridenko zu einer frühen Auszeit zwang. Coburg lief fortan diesem Drei-Tore-Rückstand hinterher, auch weil Marcel Görden am Kreis und David Breuer im Rückraum erneut einen Sahnetag erwischten. "Was beide seit Wochen leisten, ist einfach erstklassig", lobte Khan seine Leistungsträger.

Auch nach dem Seitenwechsel wirkte Coburg rat- und emotionslos. Über 19:14 zog der TVK auf 24:18 (45.) davon, die anschließende Coburger Auszeit verpuffte erneut wirkungslos. Wie chaotisch es derzeit bei den vor Saisonbeginn so hochgewetteten Franken zuging, bewies eine Szene Mitte des zweiten Durchgangs, als sich trotz einer Zeitstrafe gegen Florian Lendner sechs HSC-Feldspieler auf dem Parkett befanden. Die sich selbst dezimierdenden Gäste verspielten so auch die letzte Chance, noch einmal heran zu kommen.

"Meine Mannschaft hat eine fantastische Hinserie gespielt. Jetzt wollen wir die letzten beiden Auswärtsspiele noch einmal mit aller Konzentration angehen", verteilte Coach Khan ein Pauschallob an seine Mannschaft. Schon vor der Partie hatte Geschäftsführer Peter Irmen zu den Irritationen zwischen Vorstand und Trainer Stellung genommen und alle Zweifel beseitigt: "Es gibt im Vorstand nicht einmal im Ansatz eine Trainerdiskussion. Wir planen mit Khalid Khan fest bis zum Sommer 2011."

(RP)