Handball : NHV von Verletzungen geplagt

Richtig fröhlich klingt René Witte nicht. Das ist dem 33 Jahre alten Eisenacher auch nicht zu verdenken. Denn die Vorbereitung auf seine zweite Saison auf der Bank des Neusser HV, die am 15. September mit dem Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach beginnt, verlief alles andere als nach Plan.

"Wir sind sowas von Verletzungen gebeutelt, das ist nicht mehr normal", sagt Witte. Kim Neuenhofen (Kreuzbandriss), Abwehrchef des Handball-Oberligisten, und Rechtsaußen Max Wilms (Fußbruch) schleppen ihre Blessuren schon seit der vergangenen Saison herum. Mannschaftskapitän Jens Todtenhöfer (Einblutung im Fuß) und Linkshänder Max Eich (Fingerbruch) gesellten sich während der Vorbereitung hinzu. Sie werden dem Vorjahresvierten voraussichtlich bis zur Rückrunde fehlen.

Zu allem Überfluss verletzte sich der neue Kreisläufer Kai Funke (kam vom TuS Volmetal) im Testspiel gegen den TSV Bayer Dormagen am Ellbogen. Weitere Testspiele sagte Witte daraufhin ab: "Wir hatten ja nur noch sieben, acht Feldspieler beim Training."

Die Quittung kam prompt: Gegen den Ligarivalen HG Remscheid gab es in der ersten Runde des HVN-Pokals eine deftige 20:32-Heimschlappe. Für Witte steht deshalb it Blick auf die Saison fest: "Unsere vorrangige Aufgabe wird sein, nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten." Vom ursprünglichen Saisonziel, einem Platz unter den ersten Fünf, hat sich der Trainer deshalb erst einmal verabschiedet: "Wir müssen die Zeit bis zur Winterpause irgendwie überstehen und hoffen, dass wir dann in der Rückrunde wieder einigermaßen komplett sind." Positiv stimmt ihn, dass "die Jungs, die fit sind, wirklich gut mitziehen" — so habe es in den Testspielen unter anderem gegen die Drittligisten TV Korschenbroich und ART Düsseldorf durchaus Achtungserfolge gegeben.

Dass der NHV bis zum Start noch personell nachbessert, will Witte nicht ausschließen: "Wir schauen uns um, der Vorstand arbeitet da prima mit." Doch der Markt gibt nicht mehr viel her, "und die, die noch zu haben sind, haben Forderungen, die können und wollen wir nicht bezahlen."

(NGZ/rl)