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Handball: NHV verschafft sich gute Ausgangsposition

Handball : NHV verschafft sich gute Ausgangsposition

Handball-Oberligist Neusser HV gewinnt das erste Aufstiegsspiel zur Dritten Liga mit 23:21 bei der HSG Rheinbach-Wormersdorf.

Eine Woche nach dem Gewinn des Meistertitels in der Handball-Oberliga Niederrhein hat der Neusser HV das Tor zur Dritten Liga ein Stück weit aufgestoßen: Der NHV gewann das erste Relegationsspiel um den Aufstieg bei Mittelrhein-Meister HSG Rheinbach-Wormersdorf mit 23:21 (Halbzeit 10:9) und darf sich im Rückspiel am Samstag (18.30 Uhr. Hammfeldhalle) sogar eine Niederlage mit einem Tor Differenz leisten, um in der neuen Saison in einer Liga mit dem TSV Bayer Dormagen und dem TV Korschenbroich zu spielen.

Doch dazu will es René Witte gar nicht erst kommen lassen: "Wir haben uns zwar einen kleinen Vorteil erarbeitet, aber es geht bei Null-Null los", sagt der Trainer des Neusser HV, "deshalb müssen und wollen wir auch dieses Spiel gewinnen." Dass seine Schützlinge aus der mit 600 Zuschauern (davon 95 aus Neuss) restlos ausverkauften Rheinbacher Sporthalle nicht einen höheren Vorsprung mitnahmen, grämte den Handball-Lehrer im Gegensatz zu seinen Spielern — "vom Spielverlauf her hatte ich das Gefühl, wir hätten höher gewinnen müssen", meinte Regisseur Simon Schlösser — ganz und gar nicht: "Zwei Tore Differenz sind ideal. Da weißt du nämlich, dass du von Beginn an hellwach sein musst."

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Und er weiß auch schon, wo er den Hebel ansetzen muss für das alles entscheidende Rückspiel: "Wir müssen unsere größere Schnelligkeit ausspielen und im Abschluss sicherer werden." Denn am Samstag führte nicht einmal die Hälfte aller Neusser Angriffe zum Torerfolg: Allein 15 Mal scheiterten die Gäste am keineswegs überragenden Niklas Funke im Rheinbacher Tor, leisteten sich dazu in der sonst meist stärkeren zweiten Hälfte etliche technische Fehler, so dass Witte eine "Angriffseffektivität von nur 48 Prozent" errechnete. Dass die der Hausherren noch sechs Prozent darunter lag, hatte seine Ursache in einer im Verbund mit dem solide haltenden Nico Nothen (zehn Paraden) exzellent eingestellten Neusser Deckung. Philip Schneider, in der Offensive vom starken Rheinbacher Innenblock weitgehend neutralisiert, ließ deren stärkster Waffe, Torschützenkönig Mike Ribbe, nur wenig Raum zur Entfaltung. Ansonsten strahlten nur Mittelmann Jan Hammann und mit Abstrichen Schwergewicht Jens Fiedler Torgefährlichkeit aus auf Rheinbacher Seite.

Die Folge: Der NHV lag zwar schnell zurück (0:2, 3., 1:3, 5.) aber nach dem 4:3 durch den in Durchgang eins übermotivierten und deshalb wenig effektiven Max Wilms (11.) fast ständig mit einem oder zwei Treffern in Front, hätte auch in die Pause mit klarerem Vorsprung gehen können als 10:9. Rheinbach nutzte meist seine Überzahlsituationen (fünf Zeitstrafen für Neuss, zwei für die Gäste), um auszugleichen und beim 14:12 (36.) und 15:14 (43.) wieder in Führung zu gehen.

Doch eines haben die Witte-Schützlinge in dieser Saison gelernt: Sie bewahren in solchen Situationen die Ruhe und spielen ihr System einfach weiter. Mit Erfolg: Nach dem 20:17 (55.) durch Andreas Mailänder und dem 21:18 durch Jens Todtenhöfer (57.) sahen die Gäste wie der auch zahlenmäßig sichere Sieger aus. Doch begünstigt durch eine zweifelhafte Zeitstrafe für Kim Neuenhofen (57.) schaltete HSG-Trainer Dietmar Schwolow auf offene Manndeckung um, brachte die Gäste damit in arge Verlegenheit und seine Mannen bis auf 20:21 und 21:22 heran. Der nach einer "Denkpause" deutlich verbesserte Wilms besorgte dann den Endstand.

Trotzdem hinterließ diese Phase Sorgenfalten auf René Wittes Stirn: "Da hätten wir souveräner agieren müssen. Ich denke, die werden es jetzt im Rückspiel schon früher mit einer offensiven Deckung versuchen, darauf müssen wir uns vorbereiten." Schließlich geht es am Samstag bei Null zu Null los.

(NGZ)