Handball : NHV siegt auch ohne Kapitän

René Witte war die Erleichterung deutlich anzumerken am Sonntagmittag. Dabei hatten seine Schützlinge "nur" die Partie beim Tabellenletzten der Handball-Oberliga mit 37:29 (Halbzeit 23:17) für sich entschieden. Weshalb der Trainer des Neusser HV trotzdem so zufrieden war mit dem Auftritt seiner Schützlinge beim TV Lobberich, hatte drei Gründe.

Erstens, weiß Witte, "ist es immer schwer, sich auf solch ein Spiel zu konzentrieren." Dabei meinte er nicht nur die Tatsache, dass den Lobberichern in den bisherigen 17 Saisonspielen nur ein Sieg und ein Unentschieden gelungen war. Witte dachte auch an den Zeitpunkt, schließlich steht am Sonntag (16.30 Uhr, Hammfeldhalle) das Spitzenspiel gegen die DJK Adler Königshof auf dem Programm. Die vom Ex-Neusser Hubert Krouss trainierten Krefelder führen momentan die Oberliga-Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf den NHV an, haben aber auch schon ein Spiel mehr absolviert als die Neusser. "Und so ein Spiel ist natürlich immer schon in den Köpfen drin", weiß der erfahrene Handball-Fachmann.

Grund Nummer drei für seine Erleichterung war die Tatsache, dass seine Spieler den Schock vom Abschlusstraining am Freitag gestern Mittag offensichtlich gut verdaut hatten. Da hatte sich nämlich Mannschaftskapitän Max Wilms den Mittelfuß gebrochen. "Und der ist eigentlich nicht zu ersetzen", sagt Witte über den Linkshänder, der in Lobberich von Nachwuchsmann Max Eich vertreten wurde. "Wir werden aber sicher auch mit Rechtshändern auf dieser Position spielen müssen", kündigt der NHV-Trainer an, der in Lobberich zwar Philipp Schneider erstmals seit dreimonatiger Verletzungspause wieder einsetzen konnte, jedoch auf Simon Schlösser verzichten musste. Ob er bis zum Spitzenspiel fit wird, ist noch nicht sicher.

Die Partie, zu der Witte ein "volles Haus" erwartet, könnte eine Vorentscheidung in Sachen Meistertitel und Aufstieg bedeuten. Schließlich ließen die Verfolger Borussia Mönchengladbach (27:27 gegen TuSEM Essen II) und TV Aldekerk (26:26 gegen Hamborn 07) wertvolle Heimpunkte liegen und haben jetzt schon drei Minuspunkte Rückstand auf den NHV. Doch Witte warnt vor verfrühter Euphorie: "Auf uns warten jetzt bis Ende März die Wochen die Wahrheit. Volker Koch

(NGZ)