Handball : NHV geht in die Offensive

Der Quirinus-Cup, eines der größten und leistungsstärksten Jugendturniere in Europa, bringt den Neusser HV an Pfingsten stets in die Schlagzeilen. Doch der Klub will unter neuer Leitung seine Stärken noch offensiver verkaufen.

Ein deutsches Sprichwort sagt: "Tue Gutes und rede darüber." Genau das hat Torsten Sklomeit vor. Zwar hat er an der Spitze des Neusser Handball-Vereins (NHV) erst vor wenigen Tagen die Nachfolge von Stephan Tenhaken angetreten, doch geht er gleich mit vollem Elan in die Offensive. "Denn der NHV ist nicht nur Handball, der NHV ist mehr." Diese Botschaft nach außen hin zu transportieren, ist ihm ein ganz besonderes Anliegen.

Sitzt im Beirat: Volker Staufert. Foto: Woitschützke, Andreas

Als Gründungsmitglied des mit der Beschaffung von Geldmitteln für die Jugendarbeit im Verein befassten Fördervereins kennt Sklomeit die traurige Realität: "Gerade im Jugendbereich klemmt es an allen Ecken und Ende. Da muss man jede müde Mark umdrehen." Um die vorhandenen Ressourcen noch besser zu nutzen, hat sich der Klub ausgewiesene Fachleute ins Boot geholt: So sitzt unter anderem Volker Staufert im neuen Beirat. Er gehörte dem Vorstand der RheinEnergie AG an und führte von 1996 bis 2002 den Kreissportbund Neuss an. Ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt haben Prof. Thomas Koblenzer, Steuerrechtler mit Büros in Düsseldorf und Zürich, sowie Zygmunt Mierdorf, Aufsichtsratsmitglied der TÜV Süd AG.

Auch der Herausforderung "Offene Ganztagsschule" (OGS) stellt sich der Neusser HV direkt. "Früher hatten wir vier Grundschulen in der Betreuung, seit Dienstag sind es sieben — und es liegen Anfragen von zwei weiteren Schulen vor", sagt Sklomeit. Zudem gebe es bereits Zusagen von vier weiterführenden Schulen: Nelly-Sachs-Gymnasium, Humboldt-Gymnasium, Realschule Südstadt und Christian-Wierstraet-Realschule.

Ganz besonders am Herzen liegt dem neuen Vorsitzenden das etwas andere Handball-Camp am letzten Wochenende der Sommerferien (13. bis 17. August), bei dem für Schüler der Klassen fünf bis acht neben Sport auch Englisch auf dem Programm steht. In den Herbstferien besucht der NHV mit drei Jugendmannschaften die Partnerstadt Bolu.

Die Türken hatten über Pfingsten ihr Debüt beim Quirinus-Cup in Neuss gegeben. Auch eine Fahrt nach Rijeka (Kroatien), mit der die Stadt Neuss ebenfalls partnerschaftlich vertreten ist, steht im Kalender. Angebote, die sich erst mal nur an Vereinsmitglieder wenden, aber zurzeit läuft eine Aktion, die es Grundschülern ermöglicht, ein Jahr kostenfrei Mitglied zu werden. "Wir versuchen, den Handball in Neuss bekannter zu machen", erklärt Sklomeit. Auf diese Weise sollen dem NHV, dessen erste Herren-Mannschaft in dieser Saison unter Trainer René Witte lange um den Aufstieg in die 3. Liga mitgespielt hatte, Talente aus eigener Produktion zugeführt werden. Sklomeit: "Wir wollen leistungsbezogenen Handball mit Spaß kombinieren."

(NGZ/rl)
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