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Handball: NHV geht als Außenseiter ins "Endspiel"

Handball : NHV geht als Außenseiter ins "Endspiel"

Für René Witte ist die Bundesliga-Reserve von TuSEM Essen "die beste Mannschaft der Liga". Trotzdem sieht der Trainer des Neusser HV sein Team nicht chancenlos im "Endspiel" um den Meistertitel in der Handball-Oberliga Niederrhein.

Die Situation ist ein bisschen merkwürdig: Alle (Handball-) Welt spricht mit Blick auf die morgige Auseinandersetzung zwischen TuSEM Essen II und dem Neusser HV (Anwurf um 18.30 Uhr in der Sporthalle Margarethenhöhe) vom "Endspiel" um den Meistertitel in der Oberliga Niederrhein, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga berechtigt.

Dabei dauert die Saison bis zum 27. April, stehen nach der kurzen Osterpause noch vier Partien auf dem Programm. "Egal ob wir gewinnen oder verlieren, die Meisterschaft ist dadurch noch nicht entschieden", sagt deshalb NHV-Trainer René Witte, dessen Team mit einem Punkt Vorsprung in die morgige Auseinandersetzung mit dem Tabellenzweiten geht.

Den Endspielcharakter erhält die Partie deshalb, weil beide Kontrahenten anschließend "nur" noch auf vermeintlich leichte Gegner treffen: Neuss, das seine sieben Minuspunkte ausnahmslos gegen direkte Konkurrenten im Titelkampf abgab, bekommt es mit Hamborn (14.), ART Düsseldorf (12.), SG Dülken (13.) und MTV Dinslaken (7.) zu tun, Essen trifft auf TD Lank (10.), SG Langenfeld (6.), HSG Remscheid (8.) und TV Jahn Hiesfeld (9. und hat im Gegensatz zu den Neussern bereits ein Mal bei einem "Kellerkind" gepatzt (24:24 in Hiesfeld).

Eine Konstellation, die für die morgigen Gäste spricht. Wenn da nicht Wittes Einschätzung wäre: "Essen ist vom individuellen Vermögen her die beste Mannschaft der Liga." Und das, meint der Neusser Trainer, unabhängig davon, wen sein Kollege Mark Dragunski noch an Verstärkung aus dem am Wochenende spielfreien Bundesliga-Kader oder dem Aufgebot der gleichermaßen spielfreien Bundesliga-A-Jugend erhält. Warum das so ist, liegt für ihn auf der Hand: "Weil TuSEM als Bundesliga-Reserve sieben, acht Mal die Woche trainiert, wir gerade auf die Hälfte an Trainingseinheiten kommen." Deshalb ist für Witte klar: "Wir müssen schon über uns hinauswachsen, um eine Chance zu haben." Das meint er weniger in kämpferischer – "da mache ich mir bei meinen Jungs keine Sorgen" – als in spielerischer Hinsicht: "Wir dürfen auf keinen Fall so viele Fehler nach vorne machen wie in den letzten Spielen." 15 technische Fehler in der Offensive standen auf seinem Statistikbogen nach dem 29:28-Sieg am Sonntag über die Bergischen Panther, angesichts "der starken zweiten Welle" der Gastgeber könnte das tödlich sein.

Woraus Witte dennoch Zuversicht schöpft, ist die Moral seiner Schützlinge: "Schließlich haben wir in den Spitzenspielen gegen Gladbach und die Panther deutliche Rückstände umgebogen." Und paradoxerweise ist es auch das mit 28:29 verlorene Hinspiel: "Da waren wir nämlich gleichwertig", sagt Witte, "nur am Ende zu dämlich, um wenigstens einen Punkt zu behalten." Florian Bach traf da in der Schlusssekunde zum Essener Sieg – ein Treffer, der die Meisterschaft entscheiden könnte.

(NGZ)