NGZ-Sportlerwahl des Jahres 2023 Ruderin aus Neuss löst Tischtennisspielerin ab

Rhein-Kreis · Wassersport stand bei der inzwischen 43. Auflage der NGZ-Sportlerwahl des Jahres bei den Lesern ganz hoch im Kurs. Zwischen die Plätze eins und drei schob sich ein Skaterhockeyspieler aus Kaarst.

Carolin Oldenkott war bei der NGZ-Sportlerwahl des Jahres eine von drei Kandidatinnen vom Neusser Ruderverein. Letztlich bekam sie die meisten Stimmen.

Carolin Oldenkott war bei der NGZ-Sportlerwahl des Jahres eine von drei Kandidatinnen vom Neusser Ruderverein. Letztlich bekam sie die meisten Stimmen.

Foto: B. Spanke

Nachdem die NGZ-Sportlerwahl des Jahres nach der schwierigen Corona-Zeit im vergangenen Jahr ein erfolgreichen Comeback gefeiert hatte, war es keine Frage, dass diese lange Tradition im Rhein-Kreis Neuss fortgesetzt werden würde. Und bei der inzwischen 43. Auflage seit der Premiere im Jahr 1978 zeigte sich mal wieder, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die besten Chancen haben, die aus Vereinen mit einem außergewöhnlich starken Zusammenhalt kommen und die deshalb eine starke Gemeinschaft hinter sich wissen. Da haben dann sogar Topathleten mit höchsten internationalen Meriten wie etwa bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen keine Chance.

Ein Musterbeispiel ist der Neusser Ruderverein, der dieses Mal über die Siege bei den Montaswahlen gleich drei junge Frauen ins Rennen schickte und es schaffte, in Carolin Oldenkott eine von ihnen sogar auf den Thron zu wählen und damit Jana Vollmert von der DJK Holzbüttgen abzulösen. Alle drei Ruderinnen zusammen vereinten knapp ein Drittel aller abgebenen Stimmen auf sich. Nur knapp hinter Oldenkott landete Skaterhockeyspieler Moritz Otten von den Crash Eagles Kaarst, ebenfalls ein Klub mit außergwöhnlich starkem Zusamenhalt. Das gilt offenbar auch für die Holzheimer SG, die in ihrer traditionsreichen Kanu-Abteilung in Lukas Drossart nach längerer Pause mal wieder ein Ausnahmetalent hervorgebracht hat. Er wurde auf Platz drei gewählt.

 Moritz Otten von den Crash Eagles landete auf Platz zwei.

Moritz Otten von den Crash Eagles landete auf Platz zwei.

Foto: Crash Eagles

Wie der Sieg von Carolin Oldenkott zeigt, kann es allerdings auch nicht schaden, wenn es neben dem Verein noch weitere Unterstützung gibt. In ihrem Fall dürfte es ein Vorteil gegenüber der vereinsinternen „Konkurrenz“ gewesen sein, dass Vater Paul Oldenkott als Major der Neusser Schützengilde über viele Jahre eine große Nummer im Schützenwesen war. „Er verfügt eben über ein großes Netzwerk“, sagt Carolin Oldenkott. Die 18-Jährige erfuhr von ihrem Triumph („Darüber freue ich mich sehr.“) am Freitagmittag im fränkischen Erlangen, wo sie nach dem Abitur am Marienberg-Gymnasium zum Wintersemester ein Jura-Studium aufnehmen möchte. „Ich will einfach mal weg aus Neuss!“ Neben der Reputation der dortigen Friedrich-Alexander-Universität lockt die Deutsche Meisterin der A-Jugend auf dem Ruderergometer auch die Aussicht, im Freistaat Bayern unter dem als Trainer tätigen dreimaligen Olympiateilnehmer Ingo Euler ihre sportliche Karriere fortzusetzen. Nach einer vor allem mit Touren auf dem Rennrad überbrückten Verletzungspause (Tennisarm) hat sie das nächste Ziel schon fest im Blick: die U23-WM mit dem Leichtgewichts-Vierer in Kanada.

 Dritter wurde Lukas Drossart von der Holzheimer SG.

Dritter wurde Lukas Drossart von der Holzheimer SG.

Foto: Björn Hilbk/Kanu-NRW

Welche Power die Crash Eagles Kaarst in Sachen NGZ-Sportlerwahl entwickeln können, stellten sie schon mal eindrücklich bei der Auflage für das Sportjahr 2018 unter Beweis, übrigens der letzten vor der Corona-Pause. Damals belegten sie mit Jan Wrede und Lennart Otten gleich die ersten beiden Plätze. Fünf Jahre später schaffte nun Lennarts jüngerer Bruder Moritz den Sprung auf den zweiten Platz. Damit stand er stellvertretend für die erste Mannschaft der Eagles, die voriges Jahr ihren DM-Titel verteidigen konnte. „Für eine Randsportart wie die unsere ist das schon eine tolle Sache, wenn man so viel Aufmerksam bekommt“, sagte Otten, als er am Freitag von seinem Glück erfuhr. Zurzeit bereiten sich die Crash Eagles auf die neue Saison vor. Sein Vater Georg Otten, Vorsitzender der Crash Eagles hofft, ist seit jeher großer Fan der Sportlerwahl und hofft, dass der Erfolg seines Sohnes hilft, den Verein langfristig stabil aufzustellen. „Natürlich sind unsere Titel und die Aufmerksamkeit durch solche Wahlen hilfreich, um Kinder für unseren Sport zu interessieren.“

Auch Lukas Dossart weiß sich bei der Wahl von seiner Familie, dem Verein (Holzheimer SG) und Freunden bestens unterstützt. „Da wurde relativ viel gemacht“, verrät er. Platz drei nimmt der fünffache Deutsche Meister auch als Motivationsspritze, plagt sich der noch 16-Jährige doch gerade mit einer schmerzhaften Entzündung in der Schulter herum. Die holte er sich beim Badminton am Neusser Nelly-Sachs-Gymnasium. Spätestes bis zum Trainingslager mit dem Kanu-Verband NRW in der Türkei (4. bis 15. März) soll aber alles wieder tippi toppi sein, geht es für ihn in dieser Saison doch um die Qualifikation für die Junioren-Nationalmannschaft.

Ihren großen persönlichen Auftritt bekommen die drei Erstplatzierten der 43. NGZ-Sportlerwahl des Jahres übrigens am Donnerstag, 14. März, auch noch. Dann werden sie im Rahmen einer Veranstaltung, bei der die Partner für Sport und Bildung im Neusser Holliday Inn auf ihre mittlerweile 25-jährige Geschichte  zurückblicken, persönlich ausgezeichnet.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort