NEW’ Elephants kassieren in Ibbenbüren eine schlimme 62:111-Niederlage

Basketball : NEW’ Elephants erleben schwarze Stunde in der „Hölle Ost“

Das 62:111-Debakel in Ibbenbüren zählt für die dezimierten Basketballer aus Grevenbroich zu den höchsten Niederlagen in 15 Jahren als Regionalligist.

An einem besteht seit der 62:111-Pleite (30:59) beim TV Ibbenbüren kein Zweifel: In dieser Verfassung sind die NEW’ Elephants in der Basketball-Regionalliga nicht wettbewerbsfähig. In den sieben noch ausstehenden Partien geht es für die Schützlinge des bemitleidenswerten Trainers Jason Price mittlerweile nicht mehr um die Play-offs, sondern nur noch darum, nicht das in fast zwei Jahrzehnten auf diesem Niveau  erarbeitete Renommee zu verspielen.

  Das in der Vergangenheit zuverlässig prickelnde Duell im wegen seiner einzigartigen Atmosphäre ehrfurchtsvoll als „Hölle Ost“ bezeichneten Sportzentrum am Rande des Teutoburger Waldes war im Grunde genommen schon vor dem Anpfiff entschieden. Denn den Gästen aus der Schlossstadt fehlten nicht nur die im Schnitt 24,1 Punkte ihres abgewanderten Topscorers Jamal Smith sowie die 16,1 Punkte und knapp zehn Rebounds ihres am Knie verletzten Leitwolfs Ryon Howard, sondern auch noch der Enthusiasmus von David Markert. Der zweite Aufbauspieler hinter dem so unbeständigen US-Profi Troy Harper fällt mit einer Blessur am Oberschenkel womöglich sogar noch länger aus.

TVI-Coach Marc Pohlmann waren die Defizite natürlich nicht verborgen geblieben. Er setzte die Gäste mit einer weit vorgezogenen Verteidigung unter Stress und brachte so das Aufbau- und damit das Angriffsspiel der Elephants fast zum Erliegen. Auf Augenhöhe bewegten sich die nur zu siebt angetretenen Grevenbroicher nur bis zur vierten Minute (7:9), dem daran anschließenden 20:1-Lauf der Hausherren hatten sie indes nichts entgegenzusetzen. Im Aufbau fraßen Bryce Leavitt (17 Punkte/13 Assists) und der unwiderstehliche Spanier Marco Porcher (34 Punkte, 7/15 Dreier) den armen Troy Harper förmlich auf. „Da haben sie einen sehr guten Job gemacht“, lobte Price den Gegner. Der Amerikaner zog von der Bank aus alle, ihm noch zur Verfügung stehenden Register, ersetzte auf der Position des Spielmachers den zusehends hilfloseren Harper durch Bastian Becker. Und der Capitano lieferte, markierte 17 Punkte und verwandelte von jenseits der Drei-Punkte-Linie drei seiner sechs Versuche. „Einfach phänomenal“, adelte Price den Auftritt des 30-Jährigen. Klasse spielte auch Simon Königs, für den am Ende 15 Punkte (3/4 Dreier) zu Buche standen. Das fand sein Coach „amazing“, toll. Zufrieden war er zudem mit der mutigen Vorstellung des bislang kaum eingesetzten Leutrim Ebiballari in 17:28 Minuten auf dem Feld.

War aber aufs ganze Spiel gesehen natürlich viel zu wenig. Mit Blick auf die zehn Zähler in Folge von Center Benjamin Fumey (16 Punkte/10 Rebounds) zu Beginn der zweiten Hälfte gegen den überforderten Nino Janoschek stellte Price außerdem fest: „Das hat uns gekillt.“ An den Körben gab es für die Gäste ohne Howard rein gar nichts zu bestellen, Ibbenbüren gewann das Rebound-Duell mit 53:30. Der 35-Jährige fehlte den Elephants in jeder nur erdenklichen Weise. Price: „Ryon verliert nicht viele Worte – und ist trotzdem unser Leader.“ Ihn gleichwohl zu ersetzen, ist nun der Auftrag des Trainers. Der gibt allerdings zu bedenken: „Ich muss aufpassen im Training, sonst verletzt sich noch jemand.“  

Ibbenbüren: Avermann, Kosel (4), Leavitt (17), Schröder (9), Fumey (16), Treichel (2), Barga (14), Porcher-Jimenez (34), Fischer (2), del Hoyo Perez (11), Boahene (2)
Grevenbroich: Harper (9), Ebiballari, Boldt (10), Janoschek (2), Königs (15), Schwich (9), Becker (17)
Viertel: 33:14, 26:16, 30:19, 22:13