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Reitsport: Neusser Voltigierer lieben es extravagant

Reitsport : Neusser Voltigierer lieben es extravagant

In neu designten Trikots, dessen Stoff eigens aus New York importiert wurde, gehen die Voltigiererinnen des RSV Grimlinghausen am Wochenende bei der EM-Qualifikation an den Start. Auch das Juniorteam will die Fahrkarte lösen.

Am Wochenende starten die Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen ihre EM-Mission 2013. In Krumke in Sachsen-Anhalt sichten Bundestrainerin Ulla Ramge und das Gremium des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) für die kontinentalen Titelkämpfe im österreichischen Ebreichsdorf im August. Beim "Preis der Besten" stellen die Rheinländerinnen — neben dem Hauptkonkurrenten aus Ingelsberg (Bayern) — einmal mehr das größte Aufgebot aller deutschen Vereine.

Sowohl das Seniorteam (amtierender Vize-Weltmeister) als auch die Junioren (U18, aktueller Europameister) vom Nixhof wollen sich für das Championat auf der monumentalen Anlage Magna Racino empfehlen. Zudem hatten sich die Einzelvoltigiererinnen (und Seniorteam-Mitglieder) Janika Derks und Pauline Riedl auf einer Vorsichtung in Hilden für Krumke qualifiziert. Doch aufgrund einer Verletzung des Nachwuchs-Pferdes Delia müssen die Neusser diesen Auftritt aller Voraussicht nach absagen.

Das Seniorteam — weltweites Aushängeschild des deutschen Voltigiersports — geht als klarer Favorit ins Rennen. Obwohl die bisherigen Auftritte im belgischen Geel und in Hilden noch Luft nach oben ließen, ist Trainerin Jessica Schmitz optimistisch. Auf Routinier Arkansas werden die jungen Damen erstmals mit ihren neuen Anzügen auflaufen. Nach der filigranen Ausarbeitung mit virtuosem Farb- und Formenspiel aus der Vorsaison entschied sich Schmitz diesmal für einen einfachen Schnitt, dafür aber mit filigranen Applikationen im Stoff. Das Material in rotem Grundton — das extra aus New York importiert wurde — kommt aus dem Printdesign und ist mit goldenen, schwarzen und weißen Verzierungen veredelt. "Der Stoff spricht für sich. Wir wollten es diesmal wild", erklärt Schmitz. Einziger Nachteil: "Er trägt ein wenig auf" (wie es unter den Damen so schön heißt). Allerdings können sich die athletischen und überaus durchtrainierten Pferdeakrobatinnen das durchaus leisten. Fakt ist: Die Neusser beweisen mit ihrem Griff zur Extravaganz einmal mehr ihren Mut, verleihen dem Sport erneut eine Nuance, die es in dieser Form noch nicht gab.

Auch die Junioren wollen wieder hoch hinaus. Nach dem EM-Titel 2012 sind auch sie ganz klar die Gejagten. Damit können die Trainerinnen Antje Hill und Simone Wiegele allerdings umgehen. Auf Remake wird das neu zusammengesetzte Team das neue Kürprogramm erstmals in dieser Saison zeigen. Die abschließenden Trainingseinheiten waren vielversprechend. "Wir fahren mit guter Laune nach Krumke", sagt Hill.

Weniger gute Laune herrscht auf dem Nixhof derzeit in Bezug auf Nachwuchspferd Delia. Die achtjährige Hannoveraner-Stute, die zuletzt riesige Fortschritte zeigte, hatte sich im belgischen Geel in einer schlecht präparierten Pferdebox ein rostiges Metallteil eingetreten und laboriert seitdem an einem eiternden Hufgeschwür. Daher fällt der Start von Derks und Riedl zum Unmut von Schmitz wahrscheinlich ins Wasser. Apropos Wasser: Die heutige Generalprobe findet notgedrungen auswärts statt. In der Starsky-Halle heißt es: Land unter! Bei allem Trainingsehrgeiz hatte offensichtlich jemand vergessen, den Wassersprenger abzustellen.

(daka)