Radsport NRV setzt weiter auf Stephan Hilgers und die Tour de Neuss

Neuss · Der Vorsitzende des Neusser Radfahrervereins sieht in der 20. Auflage am 26. Juli eine „noch größere Herausforderung als ohnehin schon“.

 NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers mit Radprofi Emanuel Buchmann, Gewinner der 18. Auflage der Tour de Neuss 2019.

NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers mit Radprofi Emanuel Buchmann, Gewinner der 18. Auflage der Tour de Neuss 2019.

Foto: Andreas Woitschützke

Der Rahmenterminplan steht: Sponsorentreffen, Pressekonferenz und After-Race-Party sind allesamt schon bei Jürgen Kohlmann, dem neuen gastronomischen Betreiber der Bürgergesellschaft, angemeldet. Das Ereignis, um das sich alles dreht, die 20. Auflage des Radrennens „Tour de Neuss“, steht (nicht nur) beim Sportlichen Leiter Markus Fothen dick unterstrichen im Terminkalender. Dass sich drei Tage nach dem Finale der Tour de France die nationale Radsportelite wieder ein Stelldichein auf der Kaiser-Friedrich-Straße geben wird, darüber herrscht vorsichtiger Optimismus beim ausrichtenden Neusser Radfahrerverein.

Doch dass die Organisation dieser 20. Auflage am 26. Juli „eine noch größere Herausforderung wird als ohnehin schon“, darüber ließ Stephan Hilgers das gute Drittel der 52 Vereinsmitglieder, die ihn zuvor einstimmig für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt hatten, auf der Jahreshauptversammlung nicht lange im Unklaren. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um das zu bewältigen,“ sagt der Vorsitzende mit Blick auf die angespannte wirtschaftliche Lage. Er hofft, „dass nicht nur die Sponsoren, die uns zu einem großen Teil schon seit Jahren unterstützen, sondern auch die öffentliche Hand trotz aller Sparzwänge weiter hinter der Veranstaltung stehen.“ Denn die, stellt der scheidende NRV-Geschäftsführer Thomas Küsters klar, „ist die größte Sportveranstaltung in Neuss – und zieht längst nicht nur Radsportfans in ihren Bann.“

30.000 waren es nach der Corona-bedingten Zwangspause 2020 und 2021 im vergangenen Jahr, die den zweiten Triumph von Nils Politt bei einer Tour de Neuss bejubelten. „Sportlich ein Highlight, wirtschaftlich okay“, lautet das Fazit von Stephan Hilgers. Das Schatzmeister Rafael Holubek nur bestätigen kann: „Finanziell konnten wir allen unseren Verpflichtungen ohne Probleme nachkommen.“ Was freilich „nach anfänglichen Schwierigkeiten“ (Thomas Küsters) ein ziemlicher Kraftakt war und letztlich nur durch das verstärkte Engagement des neuen Titelsponsors Schindler Aufzüge AG möglich wurde. „Einfacher wird es in diesem Jahr ganz bestimmt nicht,“ sagt Stephan Hilgers aus der Erfahrung des selbstständigen Gartenbau-Unternehmers heraus, „deshalb wäre es begrüßenswert, wenn sich neben dem Vorstand auch noch andere um die Gewinnung von Sponsoren verdient machen würden, und wenn es nur für eine Anzeige im Programmheft ist,“ ergänzt Heinz Hegger.

Der 2. Geschäftsführer, eigentlich schon länger auf dem Absprung, stellt sein Know-how rund um die Tour de Neuss für ein weiteres Jahr zur Verfügung, „dann müssen aber endgültig Jüngere ran.“ Die Zeit will er überdies nutzen, um den neuen Geschäftsführer einzuarbeiten, dessen Wahl durch den Verzicht von Thomas Küsters „aus absolut verständlichen beruflichen und privaten Gründen“ (Stephan Hilgers) notwendig wurde: In Abwesenheit – „der ist irgendwo im Süden mit dem Rennrad unterwegs“, so der Vorsitzende – vertraute die Mitgliederversammlung bei zwei Enthaltungen Bernhard Röttges das arbeitsintensive Amt an. Der hat nicht viel Zeit zur Einarbeitung, denn am 26. März startet der NRV mit dem traditionellen Anfahren – ohne Rennräder geht’s von Gnadental zum Sportforum respektive dessen „Radlstadl“ nach Büttgen – in die neue Radsportsaison, vier Tage später steht dann schon der Sponsorentreff zur Tour de Neuss auf dem Programm. Wer übrigens denkt, die 52 Vereinsmitglieder beschäftigten sich ausschließlich mit der Ausrichtung des Radrennens, irrt: „Durch unsere neuen Trainingszeiten immer mittwochs ab 18 Uhr mit Ausfahrten zwischen 60 und 80 Kilometer haben wir etliche neue aktive Mitglieder gewinnen können,“ sagt Thomas Küsters. Für das Eliterennen am 26. Juli wird das freilich (noch) nicht reichen.

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