Neusser Ruderverein blickt auf überaus erfolgreiches Jahr 2018 zurück.

Rudern : NRV baut auf gewachsene Familienbande

Der mittlerweile 640 Mitglieder starke Neusser Ruderverein blickt mit großer Demut auf ein Jahr der Rekorde zurück.

Wenn eine Jahreshauptversammlung länger als drei Stunden dauert, liegt meist Ärger in der Luft. Nicht so beim Neusser Ruderverein. Der auf 640 Mitglieder angewachsene Klub brauchte einfach die Zeit, um ein von Rekorden gepflastertes Jahr zu würdigen. So stellte Trainer Christian Stoffels fest: „Die Regattasaison 2018 war für uns die wohl erfolgreichste in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte.“

Angeführt von den „NGZ-Sportlerinnen des Monats“, Alexandra Höffgen, Vera Spanke und Cosima Clotten,  zählt der NRV zu den herausragenden Leistungssportvereinen im Rhein-Kreis – und vergisst darüber nicht die unerlässliche Arbeit an der Basis. Stolz wusste der Vorsitzende Joachim Goetz zu berichten: „Im Breitensport können wir mit 231.314 Kilometern Gesamtruderleistung, davon 95.333 Kilometern auf Wanderfahrten, und mit 87 Fahrtenabzeichen das Rekordergebnis vom vergangenen Jahr noch einmal übertreffen.“ Der Neusser RV gehört seit Jahren zur Spitzengruppe der aktivsten Rudervereine in Deutschland. Eine Leistung, die ohne den Einsatz von Ehrenamtlern wie Helmut Hoppe undenkbar wäre. Und darum verlieh Wilhelm Fuchs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Neuss, dem langjährigen Ruderwart des NRV, die Goldene Ehrennadel. „Auch als Zeichen für das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Stadtsportverband  und dem Vereinsvorstand.“

Der NRV steht hoch im Kurs: So erhielt Olympiahoffnung Alexandra Höffgen von Bürgermeister Reiner Breuer bereits am Mittwoch  im Rathaus die Ehrengabe der Stadt. Eigentlich sollte es erst am Dienstagabend im Rahmen der Sportlerehrung im Zeughaus zum Date kommen, doch die vielbeschäftigte Spitzensportlerin hält sich mit der Frauen-Nationalmannschaft seit Freitag im Trainingslager im italienischen Sabaudia auf. Und weil sich der Neusser RV in, so Fuchs, vorbildlicher Manier um den Nachwuchs verdient macht, bedachte ihn der Stadtsportverband zusätzlich mit dem Jugendförderpreis. Das Fundament des Vereins, betonte Goetz indes, seien seine ungewöhnlich treuen Mitglieder: „Wir können froh und stolz sein, dass wir immer wieder Familien und Familienmitglieder haben, die mit ihrem Engagement und Einsatz dem Verein schöne Erfolge bescheren. Unser Verein wird über Generationen hinweg von Familien getragen, die sich im und für den Verein engagieren. Hierdurch entsteht dann auch die vielfach familiäre Atmosphäre, um die andere uns beneiden.“ Bert Goder, den Ruderern bereits seit 1944 verbunden, kommt aus einer dieser Familien und kann damit auf eine 75-jährige Mitgliedschaft  zurückblicken. Klar, dass er genauso im Mittelpunkt stand wie Margret Cremer, Günter Dörner, Günter Düppers (seit 1959 Mitglied) und Herbert Mütze (seit 1954). Goetz: „Natürlich trägt in Neuss auch das Netzwerk der Schützen dazu bei, dass man gesellschaftlich miteinander stärker verbunden ist. Aber bei uns sind es eben zusätzlich die starken Familienbande, die uns und den Verein zusammenhalten. Das müssen wir wissen, daran müssen wir arbeiten, das dürfen wir nicht ins Risiko setzen. Wir müssen stets darauf achten, dass unser Umgang miteinander von Respekt, Offenheit und Freundlichkeit getragen wird, nur so lässt sich die zarte Pflanze der familiär freundlichen Atmosphäre durch die derzeit in der Welt herrschenden rauen Wetter von Egozentrik, Respektlosigkeit und Frechheit retten.“

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