Rudern : Vom Winde verweht

Zum Auftakt der Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften auf dem Fühlinger See in Köln war Sturmbootfahren angesagt. Die Ruderer des Neusser RV trotzten den Bedingungen jedoch.

Windsurfer finden auf der Regattabahn am Fühlinger See in Köln seit Donnerstag beste Bedingungen vor – doch des einen Freud ist des anderen Leid. Für die Ruderer der Altersklassen U17, U19 und U23, die hier noch bis Sonntag ihre Deutschen Meister suchen, war vor allem am Freitag „Sturmbootfahren angesagt“, witzelte der beim Neusser RV für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Bernhard Spanke und fügte gelassen hinzu: „Auf den letzten 500 Metern standen Wasserwalzen mit Schaumkronen, glücklicherweise sind aber alle Bahnen gleich betroffen.“

Die schwierigen Bedingungen interessiert die 14 Teilnehmer des Neusser Rudervereins (NRV) freilich nicht die Bohne. Fast schon verwundert stellte Trainer Christian Stoffels nach den Vorläufen fest: „Wir hatten am Freitag fast gar keine Rennen mehr, weil sich alle Boote direkt fürs Finale qualifiziert haben.“ Ein Auftakt, der ihn in seiner mutigen Prognose nur bestätigte, hatte er im Vorfeld doch von „acht, jetzt vielleicht sogar zehn Medaillenchancen“ gesprochen. Um Gold fährt heute Vera Spanke bei den U23-Leichtgewichten nach ihren Vorlaufsiegen sowohl im Einer als auch im Doppelvierer mit Sophie Krause (Limburger CfW), Kathrin Volk (RC Radolfzell) und Marion Reichardt (DHfK Leipzig). Sie bezwangen dabei auch das für die Weltmeisterschaften in Posen vorgesehene Boot der Renngemeinschaft Stuttgart/Leipzig/Vegesack/Berlin. Spanke: „Die anderen Boote waren weit abgeschlagen.“

Ebenfalls noch auf den WM-Zug aufspringen will Cosima Clotten, die in Köln die Vorläufe im Einer und im Doppelzweier (mit Pauline Sauter/RC Nürtingen) gewann. „Sie hat in beiden Rennen gute Chancen, aufs Treppchen zu fahren“, sagt Stoffels. Das gilt auch für Cecilia Sommerfeld im leichten Doppelzweier mit Pia Renner vom Crefelder Ruder-Club. Zwar steht heute erst noch das Halbfinale auf dem Programm, doch schon jetzt sagt ihr Trainer voraus: „Das kann Gold werden.“ Eine Bank auf den DM-Titel sollten im Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann Benjamin Nelles und Johannes Neubauer sein. In der Domstadt setzten sie mit dem Vorlaufsieg eine beeindruckende Serie fort. Stoffels: „Sie haben in dieser Saison bislang alle Rennen gewonnen – und das relativ deutlich. Sie sind damit ein absoluter Goldfavorit.“ Unter die ersten Drei dürften in der gleichen Bootsgattung auch Tom Hagmanns und Frederic Trappen fahren. Gemeinsam mit Nico Leffke, Till Lubrich und Steuerfrau Amelie Düppers macht dieses Quartett auch den Junior A-Leichtgewichtsachter, der nach Platz drei im Vorlauf ziemlich sicher das Finale erreichen dürfte, zu einer fast rein Neusser Angelegenheit. Dort stehen bereits Helena Spanke und Olivia Clotten als Zweite des Vorlaufs im Vierer ohne Steuerfrau der B-Juniorinnen. Im Einsatz sind sie heute darüber hinaus im Achter der Juniorinnen A.

In den Hoffnungsläufen ausgeschieden sind dagegen Ben Goslich mit seinem Partner Jacob Kratz (Honnef) als Dritte im Junior A Doppelzweier sowie Clara Gathmann und Louisa Sommerfeld als Fünfte bei den Seniorinnen B. Stoffels Zwischenfazit: „Wir sind hier mit 14 Aktiven in genauso vielen Rennen angetreten – und alle haben ihre Sache gut gemacht.“

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