Handball-Regionalliga NHV steigt nach Niederlage beim TVK ab

Korschenbroich · Vor rund 600 Zuschauern wahrt der TV Korschenbroich mit dem 29:21-Erfolg in heimischer Waldsporthalle seine Chance im Aufstiegskampf der Handball-Regionalliga. Der Neusser HV ist nun auch rechnerisch nicht mehr zu retten.

 Vor 600 Zuschauern in der Waldsporthalle steigt der Korschenbroicher Nicolai Zidorn im Derby gegen seinen zukünftigen Mannschaftskameraden Daniel Kuepper Ventura zum Wurf hoch. Justin Kauwetter (70) sichert ab.

Vor 600 Zuschauern in der Waldsporthalle steigt der Korschenbroicher Nicolai Zidorn im Derby gegen seinen zukünftigen Mannschaftskameraden Daniel Kuepper Ventura zum Wurf hoch. Justin Kauwetter (70) sichert ab.

Foto: sven.frank@fresch-webdesign.de

Gut 600 Zuschauer sorgten beim Derby zwischen dem TV Korschenbroich und dem Neusser HV in der Waldsporthalle für einen tollen und stimmungsvollen äußeren Rahmen, bei dem die Hausherren mit 29:21 (11:9) erwartungsgemäß das bessere Ende auf ihrer Seite hatten. Damit bleiben sie dem Spitzenreiter aus Ratingen weiterhin dicht auf den Fersen. Für die Gäste besiegelt die Niederlage den Abstieg aus der Regionalliga Nordrhein, denn nun ist auch rechnerisch nichts mehr möglich.

„Der Abstieg ist jetzt natürlich keine große Überraschung mehr“, so der Neusser Trainer Julian Fanenbruck. „Ich bin jetzt auch nicht sonderlich traurig, denn der Mannschaft und dem Umfeld kann absolut kein Vorwurf gemacht werden. Die Umstände in dieser Saison waren einfach nur eine Katastrophe! Mittlerweile sind wir mit dem Rhein-Kreis zwar in guten Gesprächen, aber für diese Saison ist es zu spät, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Gefühlt hatten wir kein einziges Heimspiel, selbst wenn wir im Hammfeld gespielt haben. Aber wir haben dort ja kaum trainiert.“

In der Partie selber erwischten die Gastgeber den besseren Start und führten schnell mit 5:2 (8.), zur Mitte dieser Hälfte bereits mit 9:5. Dabei machte die Abwehr einen richtig guten Job und ließ nur wenig zu. Herausragend jedoch war die Vorstellung von Torhüter Mika Schoolmeesters, der eine unglaubliche Quote von weit mehr als 50 Prozent erreichte und für den am Ende sage und schreibe 19 Paraden zu Buche standen. Und das innerhalb von 45 Minuten, denn Mitte der zweiten Halbzeit kam Felix Krüger ins Spiel. „Das war eine ganz starke Vorstellung in der Deckung, aber die Effektivität im Angriff war nicht das, was ich mit vorgestellt hatte, obwohl wir die Möglichkeiten richtig gut herausgespielt hatten“, sagte der Korschenbroicher Trainer Gilbert Lansen.

Das brachte die Gäste zurück ins Spiel. Fanenbruck: „Anfangs sind wir an unserer Fehlerquote und an einem tollen Korschenbroicher Torhüter gescheitert. Dann hat unsere Deckung jedoch sehr gut gestanden und dem TVK sind nicht immer Lösungen eingefallen.“ In der 20. Minute dann noch eine unschöne Szene. Der Korschenbroicher Kapitän David Klinnert trat zum Siebenmeter an und traf den Neusser Torhüter bei seinem Wurfversuch im Gesicht, was dem Schützen die Rote Karte bescherte.

Nach dem Seitenwechsel war Korschenbroich zunächst erneut das dominante Team und baute seinen Vorsprung schnell wieder auf 15:11 aus. Es gab nochmals ein Aufbäumen des NHV, der noch auf 14:16 verkürzen konnte. Im Anschluss scheiterte der Neusser Haupttorschütze Daniel Zwarg mit einem Siebenmeter an Schoolmeesters, was für die Gastgeber so etwas wie eine Initialzündung war, denn im Anschluss warfen sie fünf Tore in Folge und setzten sich vorentscheidend auf 21:14 ab. Eine starke Bewerbung hinterlegten die treffsicheren Daniel Küpper-Ventura und Dustin Franz, die nächste Saison beim TVK auflaufen werden. Sie zeigten den Fans schon einmal, worauf sie sich freuen können.

„Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert“, betonte Lansen. „Die Abwehr war über die gesamte Spielzeit richtig gut und hätten wir unsere Chancen in der ersten Halbzeit besser genutzt, wäre der Sieg nicht nur deutlicher ausgefallen, das Spiel wäre zur Pause bereits entschieden gewesen. Teilweise hatten wir bei unseren Würfen aber auch ziemlich viel Pech, darüber hinaus fehlte die Zielstrebigkeit. Hinten heraus hatten wir einfach mehr zuzusetzen und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, Neuss könnte uns gefährlich werden.“

Die Analyse seines Gegenübers fiel etwas anders aus. „Die Niederlage ist meines Erachtens etwas zu hoch. Leider fehlte uns am Ende die Kraft, der große Knackpunkt waren allerdings unsere 28 Fehlwürfe, wobei auch noch unkonzentrierte Abschlüsse hinzukommen. Korschenbroich war heute kein Gegner, den wir nicht hätten schlagen können.“