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Lokalsport: Neusser Capitano mit Heimathafen Hamburg

Lokalsport : Neusser Capitano mit Heimathafen Hamburg

Gregor Steins' neuer Verein, THC Klipper, ist morgen am zweiten Spieltag der Zweiten Hockey-Bundesliga Nord zu Gast im Jahnstadion.

Das ist mal 'ne gute Nachricht für den HTC SW Neuss: Bei seinem Gastspiel morgen im Jahnstadion muss Hockey-Zweitligist Klipper THC Hamburg auf seinen Abwehrchef Gregor Steins verzichten. Der mittlerweile 30-Jährige ist beruflich durchgestartet, hat darum die Vorbereitung auf die Saison mehr oder weniger verpasst. "Und ohne Training aufzulaufen, sozusagen aus der kalten Hose heraus, wäre nicht fair meinen Teamkollegen gegenüber, aber auch nicht gut für meinen Rücken", sagt er.

Schade nur, dass der gute "Greg" jetzt gar nicht an den Rhein kommt, denn auf ihren "Capitano" hatten sich die Neusser ehrlich gefreut. Das Comeback an alter Wirkungsstätte hätte natürlich auch Gregor Steins sehr gereizt, "auch, wenn es schon ein bisschen merkwürdig gewesen wäre, als Gegner ins Jahnstadion zurückzukehren - das war mein zweites Zuhause, seit ich vier bin. Der HTC ist und bleibt mein Heimatklub!" Sein Lebensmittelpunkt aber ist seit gut vier Jahren Hamburg. Hier schaffte er nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Aachen und einem halben Jahr in Shanghai vor etwas mehr als einem Jahr seinen beruflichen Einstieg. Als Analyst begleitet er beim international tätigen Unternehmensberater "CatCap" Firmen und deren Gesellschafter beim Kauf oder Verkauf von Unternehmen. Ein abwechslungsreicher und anspruchsvoller Job - mit traumhaftem (Büro-)Blick auf die Alster. Man hätte es schlechter antreffen können, findet auch Steins, der an der alten Hansestadt gerade die Gegensätze schätzt: "Die machen Hamburg aus." Als Bürger des von der in weiten Teilen erhaltenen Altbau-Architektur geprägten Doppel-Stadtteils Hoheluft ist er quasi mittendrin - die Reeperbahn ist ebenso nur einen Katzensprung entfernt wie die Speicherstadt mit ihren Attraktionen.

Sportlich hat er seit der Rückrunde 2015 bei Klipper angedockt. Kein Großkaliber in der von Spitzenklubs wie Uhlenhorst, Harvestehude und Club an der Alster beherrschten Metropole, aber durchaus ambitioniert. "Der Aufstieg in die 1. Liga im Vorjahr war das absolute Highlight", sagt Steins. Dass es nach den Abgängen von Topleuten wie Jan Simon (früher Düsseldorfer HC) nach nur einer Saison wieder zurück ins Unterhaus gegangen sei, habe im städtischen Wellingsbüttel niemanden wirklich überrascht, versichert er. Da er seit Anfang August auch beruflich weitaus stärker eingespannt ist als bisher, wäre die Eliteklasse für ihn ohnehin nicht mehr infrage gekommen. Fürs Erste ist er jetzt mal raus. "Wie es mit dem Hockey weitergeht, werden wir nach der Hinrunde gucken."

Ganz gleich, was die (nähere) Zukunft auch bringen mag, Neuss bleibt für Gregor Steins immer ein Thema. Hier leben schließlich seine ebenfalls sport- und hockeyverrückten Eltern, hier hat er immer noch Freunde. Das Neusser Bürger-Schützenfest war darum ein Pflichttermin für ihn - mit dem Schützenlustzug die "Genüsser" zog er noch vor knapp drei Wochen "d'r Maat erop". Er genoss das Wiedersehen mit ehemaligen Mannschaftskollegen wie Philipp Weide oder auch Thomas und Sebastian Draguhn. Eine Rückkehr an den Ort, "wo die Erft den Rhein begrüßt", sei jedenfalls nicht ganz ausgeschlossen, sagt er: "Ja, irgendwann vielleicht ..."

(NGZ)