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Tennis: Neuss bleibt in der Tennis-Bundesliga

Tennis : Neuss bleibt in der Tennis-Bundesliga

Blau-Weiss Neuss hat den Verbleib in der Tennis-Bundesliga aus eigener Kraft sichergestellt: Mit seinem 5:1-Sieg beim Bremerhavener TV rückte BW auf Tabellenplatz fünf vor und verurteilte die Gastgeber zur Rückkehr in die Zweite Liga.

Um punkt 15.20 Uhr fielen sich Dietmar Skaliks und die mitgereisten Fans des TC Blau-Weiss Neuss gestern am Bremerhavener Adolf-Hoff-Weg in die Arme: Der hart erkämpfte 7:5, 6:2-Sieg des Kroaten Antonio Veic über den auch einmal in Neuss unter Vertrag stehenden Portugiesen Rui Machado bescherte dem Bundesliga-Rekordmeister ein weiteres Jahr im Oberhaus des Deutschen Tennisbundes.

Veic brachte die Neusser im "Abstiegsfinale" beim Bremerhavener TV mit 3:1 in Führung. Damit war den Blau-Weissen zumindest ein Punkt aus der Begegnung beim Bundesliga-Neuling sicher – und der reichte zum Ligaverbleib, egal, wie sich im anderen Abstiegsduell Wacker Burghausen und Blau-Weiss Krefeld trennen würden.

Am Ende triumphierte der Bundesliga-Rekordmeister mit 5:1, rückte damit in der Abschlusstabelle punktgleich mit Grün-Weiss Mannheim (spielte gestern 3:3 in Halle) auf Platz fünf vor und verurteilte die Gastgeber zur Rückkehr in die Zweite Liga: Weil sich Krefeld mit 4:2 in Burghausen durchsetzte, musste zwischen drei punktgleichen Klubs die Anzahl der gewonnenen Matches entscheiden – und hatten Burghausen und Krefeld mit jeweils 22 gegenüber 20 von Bremerhaven die Nase vorn.

"Die Nervenanspannung war kolossal", gab Skaliks nach den Einzeln zu, "gut, dass so viele Neusser mitgereist waren." Denn die 35 blau-weissen Fans sahen trotz des scheinbar deutlichen Endergebnisses ein dramatisches Match. Eindeutig war eigentlich nur das Spiel, das die Gäste verloren: Flavio Cipolla war beim 3:6, 1:6 gegen seinen kurzfristig am Vorabend noch eingeflogenen italienischen Landsmann Paolo Lorenzi "chancenlos", wie auch Skaliks zugab, "aber der steht in Weltrangliste auch 100 Plätze höher, deshalb dürfern wir Flavio keinen Vorwurf machen."

Alle anderen Einzel waren hart umkämpft, "und die Jungs haben darin die richtige Einstellung gezeigt. So wünscht man sich das immer", meinte der Neusser Teamchef. Gerard Granollers-Pujol eröffnete um 12.45 Uhr die Siegesserie der Gäste, als er sich im Champions-Tiebreak mit 11:9 gegen Marc Sieber durchsetzte. Der Bremerhavener hatte Satz Nummer eins mit 6:2 für sich entschieden, musste sich dann aber dem Spanier 4:6 geschlagen geben. Nur eine Viertelstunde später sorgte Peter Gojowczyk für die leicht Nerven beruhigende 2:0-Führung, auch wenn es der Münchner im Duell mit Peter Torebko einmal mehr spannend machte. Denn dem glatten 6:3 folgte ein ausgeglichener zweiter Satz, den "Gojo" schließlich im Tiebreak mit 8:6 für sich entschied – es war der fünfte Sieg im sechsten Einzeleinsatz für den 24-Jährigen, der sich nur dem auf Platz 59 der Weltrangliste platzierten Spanier Daniel Gimeno-Traver (BW Halle) geschlagen geben musste.

Der Sieg von Lorenzi ließ noch einmal Hoffnung auf Seiten der Gastgeber aufkommen. Doch die machte dann der erneut kampfstarke Antonio Veic zunichte, der Rui Machado mit 7:5, 6:2 niederrang. Der Kroate ist mit 3:1-Siegen neben Gojowczyk der einzige BW-Akteur mit einer positiven Einzelbilanz in dieser Saison.

Sein Sieg bescherte den Neussern den Ligaverbleib. Und während Bremerhaven darauf hoffte, dass die Gäste es nun etwas ruhiger angehenwürden – ein 3:3 hätte den Neuling vor dem Abstieg gerettet – , hatte der Neusser Teamchef durchaus noch höhere Ziele im Sinn: "Jetzt wollen wir hier auch gewinnen und Vierter werden."

Das eine gelang dank der Doppelsiege von Gojowczyk/Veic (6:4, 6:4 über Lorenzi/Machado) und Cipolla/Granollers (7:5, 6:2 über Torebko/Ocera). Durch die andere Rechnung machte Grün-Weiss Mannheim mit seinem Punktgewinn in Halle einen Strich. Skaliks nahm's nicht tragisch: "Wir haben unser Ziel erreicht, aber das war eine enorme Kraftanstrengung des ganzen Teams."

(NGZ)