Handball : Neuland mit alten Bekannten

Am Samstag beginnt für den TSV Bayer Dormagen und den TV Korschenbroich die erste Spielzeit in der Dritten Liga seit Abstieg und Rückzug aus der Zweiten Handball-Bundesliga. Die NGZ stellt vor, mit welchen 14 Konkurrenten sie es im Kampf um den Ligaverbleib zu tun bekommen

Es ist die wohl kurioseste Spielzeit in der noch jungen geschichte der Dritten Handball-Bundesliga, die am Samstag um 18 Uhr mit dem Lokalduell zwischen Bayer 05 Uerdingen und dem OSC Rheinhausen eröffnet wird. Denn durch die Zwangsabstiege der insolventen HSG Düsseldorf und DHC Rheinland und den freiwilligen Rückzug des TV Korschenbroich aus Liga zwei sowie die Aufstiege von DJK Adler Königshof und VfL Gladbeck sind gleich fünf "Neulinge" in der 16 Klubs umfassenden Liga am Start.

Drei von ihnen müssen nach dem letzten Spieltag am 11. Mai 2013 hinab in die Niederungen der Oberliga, dort, wo — von unten besehen — der offiziell "bezahlte Handball" endet. So unterschiedlich ihre Voraussetzungen und ihre Vorgeschichte sind, eines eint die beiden Drittliga-Klubs aus dem Rhein-Kreis: Wie werden am Ende froh sein, wenn sie nicht zu diesem Trio gehören. Andere Ziele dürften angesichts der naturgemäß hohen Fluktuation in beiden Kadern — der TVK hat zwölf Ab- und bislang sechs Zugänge, der TSV ist quasi komplett neu zusammengestellt — vermessen sein.

Doch wer will das schon beurteilen in einer Liga, die zwar etliche bekannte Namen mit Erstliga-Erfahrung verspricht — Matthias Reckzeh, Marcel Wernicke (OSC Rheinhausen), Michael Wittig (Bayer Uerdingen), Maciej Dmytruszynski (Eintracht Hagen), Jan-Henrick Behrends, Dusko Bilanovic (OHV Aurich), Georg Auerswald, Christian Köhrmann, Evgeny Vorontsov (Wilhelmshavener HV), Mathias Lenz (ART Düsseldorf), Tobias Plaz, Markus Breuer (TSV Bayer Dormagen), Almantas Savonis, Dirk van Walsem, Frank Berblinger (TuS Wermelskirchen), Jens-Peter Reinarz, Matthias Aschenbroich (Leichlinger TV) — aber nicht nur für die Aufsteiger weitgehend Neuland bedeutet.

Die Last des Favoriten hat der letztjährige Vizemeister Leichlinger TV zu tragen, der sich noch dazu mit Routinier Jens-Peter Reinarz vom Nachbarn Bergischer HC verstärkte. Eine Rolle, die Trainer/Manager Frank Lorenzet gerne annimmt, schließlich sieht er den LTV ohnehin als "natürlichen" Zweitligisten und beschritt in der Vergangenheit sogar den Klageweg, um das zu erreichen. Nun soll's mit einem ausgeglichen besetzten Kader, zum dem auch die Ex-Dormagener Matthias Aschenbroich und Artur Giela gehören, sportlich klappen.

Am ehesten gefährlich werden könnte den Leichlingern der SC Bayer 05 Uerdingen, der nach dem Weggang von Trainer Jörg Föderer (während der Saison zum OSC Rheinhausen) unter Neu-Coach Olaf Mast die Liga in der Rückrunde mächtig aufmischte und am Ende als Dritter einkam. Er verstärkte den Kader unter anderem mit Torhüter Sven Bartmann (zurück aus Korschenbroich) und den Dormagener Michael Wittig und Johann Oesterwind.

Auch TuS Wermelskirchen (im Vorjahr 5.) — mit Lukas Tebbe, Dirk van Walsem und Christoph Gelbke eine kleine "Dormagener Filiale" — und Ex-Erstligist Wilhelmshavener HV (6.) sollten oben mitspielen können. Doch bei beiden muss abgewartet werden, ob das Experiment mit Spielertrainern — hier Lars Hepp, da Christian Köhrmann — den gestiegenen Ansprüchen der Liga gerecht wird.

Womit wir bei den Abstiegskandidaten wären. Da fallen einem als erste die Aufsteiger VfL Gladbeck und Adler Königshof (mit dem ehemaligen Neusser Trainer Hubert Krouß) ein. Aber auch Eintracht Hagen (mit Trainer Khalid Khan), das erst in der Relegation die Drittklassigkeit hielt, die TSG Altenhagen-Heepen (mit dem EX-Korschenbroicher Florian Korte) und der VfL Gummersbach II scheinen akut gefährdet.

Nicht zu vergessen die heimischen Teams, von denen der TV Korschenbroich mit dem kleinsten Kader aller 16 Klubs (zwei Torhüter, acht Feldspieler) in die Saison startet — falls das Flehen von Neu-Trainer Ronny Rogawska um Verstärkung für den Rückraum nicht noch bis Samstag Gehör findet.

(NGZ/rl)
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