Jüchen: Neues Wohnen am Bahnhof

Am Bahnhof Hochneukirch geht's voran: Der Park-and-Ride-Platz ist fast fertig, nebenan hat der Bau von Senioren-Wohnungen begonnen. Auch das Empfangsgebäude und der Güterschuppen werden umgebaut.

Bagger und Bauarbeiter haben zurzeit am Hochneukircher Bahnhof das Sagen — das bislang triste Bahnhofs-Areal dürfte in einem Jahr kaum wiederzuerkennen sein. Voraussichtlich in der kommenden Woche kann der neue Park-and-Ride-Platz mit 100 Auto-Stellplätzen, den die Gemeinde errichtet, in Betrieb gehen. Wenige Meter weiter werden Beton-Bodenplatten gegossen, hat der Bau von vier dreietagigen Häusern mit altengerechten Wohnungen begonnen. "Die Bauvorhaben am Bahnhof bedeuten eine enorme städtebauliche Aufwertung. Das ist etwas ganz Besonderes nicht nur für Hochneukirch, sondern für ganz Jüchen", erklärt im Rathaus Dezernent Oswald Duda. Für fast sechs Millionen Euro entsteht an den Gleisen der "Wohnpark am Bahnhof" für Menschen ab 60 Jahren.

Noch existieren die mit öffentlichen Geldern — rund 2,8 Millionen Euro — geförderten Wohnungen nur auf dem Papier. Doch Arnulf Berger von der Firma Berger für Wohnungsverwaltung und Bauherrenbetreuung ist mit der Nachfrage schon jetzt sichtlich zufrieden. "Für die insgesamt 41 Wohnungen haben sich bereits rund 60 Interessenten gemeldet. Der Bedarf an bezahlbarem, altengerechten Wohnraum ist groß", sagt Berger, einer der sechs Investoren für das Projekt. "Die Kaltmiete liegt bei 5,10 Euro je Quadratmeter — das heißt, rund 250 bis 300 Euro für eine Wohnung. Das können sich auch Menschen mit einer nicht so großen Rente leisten", erklärt Berger.

Otmar Dovern (54) vom Architektur- und Ingenieurbüro Siekmann-Dovern in Otzenrath erläutert Einzelheiten. "Ein Drittel der zwischen 50 und 60 Quadratmeter großen Wohnungen ist für zwei Bewohner gedacht, zwei Drittel für Alleinlebende." In den vier Neubauten, die alle über Aufzüge verfügen, entstehen je neun barrierefreie Wohnugen. Aber auch die historische Bausubstanz wird einbezogen: Im alten Güterschuppen — in der Mitte der Neubauten — werden zwei Wohnungen geschaffen.

Im Bahnhofsgebäude selbst, dort wird kein Aufzug eingebaut, entstehen drei Wohnungen sowie ein großer Gemeinschaftsraum. "Dort können sich Bewohner treffen, um Kontakte zu schließen, oder Familienfeste feiern", erklärt Arnulf Berger. In den Bahnhof sollen zudem ein Kiosk, ein Café oder Bistro mit Außengastronomie sowie das Büro eines Pflegedienstes einziehen. Die Bewohner können dort laut Berger bei Bedarf Pflegeleistungen bestellen.

Bereits im Bau ist auch schon der Lärmschutzwall entlang der Bahngleise. Ende kommenden Jahres soll der Wohnpark mit 41 Wohnungen fertig sein.

(NGZ)
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