Jüchen : Neues Leitbild für Jüchen?

Vor drei Jahren diskutierten die Jüchener Politiker zuletzt vehement über ein Leitbild. Jetzt will die kleinste Fraktion das Thema durch einen Ratsantrag wiederbeleben. Die übrigen Fraktionen sehen kaum Handlungsbedarf.

Vor vier Jahren wurde in Jüchen eine vehemente Diskussion über ein Leitbild geführt. Jetzt will mit der FWG die kleinste Ratsfraktion das Thema wiederaufleben lassen. Für die Gemeinderatssitzung am 9. Juni hat Fraktionschef Gerolf Hommel einen Antrag gestellt: Danach soll die Verwaltung ein "Leitbild Jüchen 2030" bis Ende 2011 erstellen. "Ich bin zuversichtlich, dass sich Bürgermeister Zillikens dieser Aufgabe mit der gewohnten Akribie annehmen wird", sagte Hommel gestern. Der Verwaltungschef sieht die Politik am Zug: "Diese Entscheidung muss der Rat fällen." Zudem seien etwa mit dem Schul- oder Verkehrsentwicklungsplan bereits Themen auf den Weg gebracht.

Zu einer neuen Leitbild-Diskussion äußern sich die anderen Fraktionen zurückhaltend. Vor vier Jahren waren Inhalt und Umfang einer neuen Leitidee für die Landgemeinde ausgiebig behandelt worden. Damals war ein umfangreiches Papier auf zwei Seiten gekürzt worden. Zu den zehn Schwerpunkten, die die Verwaltung aufgeführt hatte, gehörte etwa die Stärkung der drei Siedlungsschwerpunkte Jüchen, Hochneukirch und Bedburdyck-Gierath. Außerdem sollte der Wirtschaftsstandort Jüchen durch neue Firmen gestärkt werden, die frühkindliche Bildung in Kindergärten und die Ganztagsbetreuung in allen Schulformen ausgebaut werden.

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Herbert Altenberg, Fraktionschef der Liberalen, erinnert sich noch lebhaft an die Auseinandersetzung um das "Leitbild 2020": "Einige Punkte, wie Wirtschaftsförderung oder Stärkung der drei Zentren, sind ja durchaus erfolgt. Man muss dabei berücksichtigen, dass Jüchen Nothaushaltskommune ist." Sollte die FDP sich mit einem Leitbild beschäftigen wollen, werde sie das zunächst innerhalb der Fraktion, dann mit dem Kooperationspartner CDU tun. Norbert Esser (CDU) wollte gestern zum FWG-Antrag keinen Kommentar abgeben.

Thomas Dederichs, Vorsitzender der Bündnisgrünen-Fraktion, hält weniger ein übergeordnetes Leitbild für notwendig, als vielmehr die Lösung von aktuellen Problemen wie dem demografischen Wandel: "Wir müssen darauf reagieren, dass es immer mehr ältere Menschen und immer weniger Schüler geben wird."

Gerolf Hommel hatte etwa kritisiert, dass "keine Rahmenbedingungen geschafft würden, die die Lebensqualität der Jüchener positiv beeinflussen." Jugendliche seien bei den Kultur- und Freizeitangeboten vernachlässigt worden. Die Bürger sollten auch bei gemeindlichen Entscheidungen beteiligt werden.

(NGZ)