Leichtathletik : Neues Laufteam geplant

Um den Nachwuchs im Mittel- und Langstreckenlauf ist es insgesamt im Rhein-Kreis Neuss nicht gut bestellt. Eine Initiative um Citylauf-Chef Hans-Peter Walther tritt an, um von Korschenbroich aus für neue Impulse zu sorgen.

Thorsten Gombert war der bislang letzte Langstreckenläufer aus dem Rhein-Kreis Neuss, der in der deutschen Spitze mitmischen konnte. Doch seit verließ, um bei der von Olympiasieger Dieter Baumann gemanagten Leistungsgruppe des LAV Tübingen anzuheuern, ist es an Rhein und Erft beängstigend still geworden um Leistungssportler aus dieser Disziplin der Leichtathletik. Diesen Zustand will eine Initiative aus Korschenbroich so nicht länger akzeptieren. Ein Team um den Citylauf-Chef und Korschenbroicher Sportamtsleiter Hans-Peter Walther will den Versuch starten, dem Mittel- und Langstreckenlauf in der Region neues Leben einzuhauchen.

Hans-Peter Walther, auch Trainer beim Korschenbroicher LC, und seine Mitstreiter Arvid Graupner und Jürgen Hoffmann von der DJK Kleinenbroich geben sich angesichts der negativen Gesamtentwicklung in der deutschen Leichtathletik keinen Illusionen hin, doch als Leichtathletik-Liebhaber wollen sie versuchen, einen Gegentrend zu setzen. "Immer nur über die sterbende Leichtathletik zu klagen, bringt nichts. Wir wollen einfach mal feststellen, ob es bei jungen Menschen noch Interesse an leistungsorientiertem Laufen gibt", erklärt Walther. Gerne erinnert er sich noch an die großen Zeiten des Korschenbroicher LC zurück, als ein Team mit Christian Fischer, Robert Langfeld und Peter Kühne Ende 1990er Jahre eine große Rolle in der deutschen Laufszene spielte, unter anderem Deutscher Mannschaftsmeister im Halbmarathon wurde.

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"In Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen soll ein junges Perspektivteam entstehen, welches sich vorwiegend aus jugendlichen Athleten zusammensetzen soll. Wünschenswert sind auch Quereinsteiger aus anderen Sportarten", betont Arvid Graupner. Bis Ende Dezember können sich Interessenten an wettkampforientiertem Langlauf melden, dann soll die Trainingsplanung erarbeitet werden. "Ob sich die Gruppe einem der Korschenbroicher Vereine anschließt oder daraus ein eigener Verein entsteht, muss sich zeigen", sagt Walther. Hans-Peter Heinen, Abteilungsleiter bei der TG Neus, findet findet die Initiative aus Korschenbroich zwar grundsätzlich gut, schätzt die Erfolgsaussichten aber gering ein. "Alle Vereine haben Nachwuchsprobleme. Wenn es in den Bereich Leistungssport geht, ist das den Meisten in der Leichtathletik zu viel Aufwand." Nicht klagen kann Willi Jungbluth, der beim TSV Bayer Dormagen aktuell zehn ambitionierte Nachwuchsläufer trainiert. "Die sollen das in Korschenbroich ruhig versuchen, Konkurrenz belebt das Geschäft", meint er.

(NGZ)