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Neuerungen für die Saison der Fußball-Amateure im Rhein-Kreis Neuss

Fußball im Rhein-Kreis Neuss : Das ist wichtig für die neue Amateursaison

Die am Wochenende offiziell beginnenden Amateurspielzeit ist eine besondere, weil es wegen Corona schon lange keinen geregelten Spielbetrieb mehr gab. In der langen Pause hat sich einiges ergeben, was es zu beachten gilt.

Nach gleich zwei Spielzeiten, die wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende gespielt werden konnten, sehnen sich Amateure bei Männern und Frauen wieder nach Normalität. Der erste Schritt dorthin ist erst einmal getan, wenn am Wochenende in den Ligen des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) und des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss der Ball wieder in der Meisterschaftsrunde rollt. Doch bei aller Freude gibt es mit Blick auf das Virus auch noch Sorgen, zudem hat sich in der langen Pause einiges getan, was Einfluss auf die neue Saison hat.

Corona-Regeln Die ab Freitag gültige Corona-Schutzverordnung für NRW gibt für den Sport vor, dass ab einem Inzidenzwert von 35 die 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet) gilt, allerdings nur für Innenräume. Der Spielbetrieb in den Fußball-Ligen ist also nicht betroffen. Henrik Lerch, Sprecher des Fußballverbandes Niederrhein, gibt allerdings zu bedenken, dass es sich bei Umkleidekabinen, Duschen und weiteren Vereinsräumen aber sehr wohl um Innenräume einer Sportanlage handele. „Da gilt dann – bei einer Inzidenz über 35 – die 3G-Regel. Wir rufen als Verband also weiter alle zum Impfen auf, damit der Fußball auch im Herbst und Winter weiterlaufen kann.“ Was den Einlass von Zuschauern anbelangt, gibt die Corona-Schutzverordnung vor, dass erst bei Veranstaltungen im Freien mit gleichzeitig mehr als 2500 Zuschauern die 3G-Regel zum Tragen kommt. Die Vereine gehen aber unterschiedlich damit um. Während etwa bei der Holzhemer SG am Sonntag gegen Vohwinkel beim ersten Heimspiel kein 3G zur Anwendung kommt, dürfen beim benachbarten SC Kapellen seit Montag bis auf Weiteres nur noch Besucher und Zuschauer auf die Anlage, die immunisiert oder getestet sind.

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Wechsel Auf Drängen vieler Amateurvereine hat der FVN beschlossen, das Auswechselkontingent weiter zu erhöhen. Hintergrund ist, dass laut Verband eine überwiegende Mehrheit einen dringenden Bedarf sieht, die körperliche Belastung zu reduzieren, um in den vergangenen Monaten entstandene körperliche Defizite zu kompensieren. Deswegen dürfen über die gesamte Spielzeit verteilt fünf Einwechslungen vorgenommen werden.

Handspiel Seit die Profis wieder spielen, wird auch über die Erneuerung der in der Vergangenheit viel diskutierten der Handregel gesprochen. Es gibt nun zwei Kriterien, in denen ein Handspiel eines Verteidigers strafbar ist. Erstens: Wenn ein Spieler mit einer absichtlichen Bewegung die Hand oder den Arm zum Ball führt. Oder zweitens: Wenn der Spieler durch seine Körperhaltung die Intention verfolgt, den Ball aufzuhalten. Das unabsichtliche Handspiel eines Angreifers wird künftig nur noch geahndet, wenn der Angreifer unmittelbar nach seinem Handspiel selbst ein Tor erzielt. Kommt es hingegen nur zu einer Torchance oder ein Mitspieler erzielt das Tor, bleibt das unabsichtliche Handspiel des Angreifers ungestraft. Als der Bereich des Arms, womit überhaupt ein absichtliches Handspiel begangen werden kann, gilt nun die Achselhöhe als Grenze für die Strafbarkeit. „Natürlich sollen sich auch die Amateur-Schiedsrichter danach richten“, sagt FVN-Sprecher Henrik Lerch.

Sperren Bereits vor der vergangenen Spielzeit führte der FVN eine neue Regelung für Sperren nach Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten ein. Die Spielsperre ersetzte die Wochensperre. Weil wegen Corona aber nur bis in den Herbst gespielt werden konnte, sei noch mal daran erinnert, was sich genau dahinter verbirgt. Sperren müssen jetzt nach Spielen abgeleistet werden. Zuvor konnte ein Spieler eine Sperre für eine bestimmte Anzahl an Wochen auch über spielfreie Phasen der Saison absitzen. Das wurde teils ausgenutzt, indem Verwarnungen zum Beispiel vor der Winterpause provoziert wurden, um Strafen ohne große Auswirkungen für die jeweilige Mannschaft absitzen zu können. Die Spielsperren gelten für den Wettbewerb, in dem die Tat begangen worden ist, und ranghöherer Wettbewerbe. An rangniedrigeren Wettbewerben darf der Spieler teilnehmen. In diesem Sinne gilt folgende Rangfolge der Wettbewerbe: Meisterschaftsspiele, Pokalspiele, Freundschaftsspiele, Turnierspiele.

Kreispokal Im Fußballkreis Grevenbroich/Neuss wird im Kreispokal schon wieder seit einigen Wochen gespielt, aber in dem Wettbewerb der Vorsaison. Hintergrund ist, dass noch Teilnehmer für den demnächst beginnenden Niederrheinpokal gesucht werden. Weil die qualifizierten Teilnehmer der Vorsaison wie aus dem Kreis 5 der SC Kapellen, VfL Jüchen/Garzweiler und die Holzheimer SG ohnehin erneut startberechtigt sind, wird das Feld des Niederrheinpokals auf 128 Teilnehmer erweitert, es wird also eine Runde mehr gespielt. Der neue Kreispokal, in dem dann die Starter für den Verbandspokal der folgenden Spielzeit ermittelt werden, soll dann im September oder Oktober beginnen.

Auf- und Abstieg Weil es durch die zwei abgebrochenen Spielzeiten hintereinander und den damit verbundenen Verzicht auf Auf- und Absteiger in vielen Spielklassen zu einer erhöhten Anzahl an Mannschaften gekommen ist, sollen die Gruppenstärken ab dieser Saison wieder reduziert werden. Dadurch sind die Auf- und Abstiegsregeln auf Verbandsebene leichter zu durchschauen als in der Vergangenheit, zumindest in den Landesligen und Bezirksligen steht unabhängig von der Anzahl der Absteiger aus den Klassen darüber fest, wie viele Mannschaften hoch- und hinuntergehen. So steigt in der Landesliga, Gruppe 1, von den 15 Teams inklusive der Kreisvertreter Kapellen, Holzheim und Kleinenbroich definitiv nur der Meister auf, die fünf schlechtesten Mannschaften müssen auf jeden Fall in die Bezirksliga. Sicher ist ebenso, dass auch in der folgenden Saison in drei Staffeln gespielt wird, je nach Anzahl der Oberliga-Absteiger (sechs oder sieben) entweder mit 41 oder 42 Teams.

In den Bezirksligen spielen die heimischen Mannschaften in Gruppe 1, die mit 15 Teams startet. Nur der Meister geht am Ende Spielzeit in die Landesliga hoch, die vier Schlechtesten der Tabelle müssen auf jeden Fall in die Kreisliga A hinunter. Ziel des FVN ist es, dass es in der nachfolgenden Saison nur sieben statt der aktuell acht Bezirksliga-Staffeln mit jeweils 16 Mannschaften gibt. Da wird dann auch der Meister der Kreisliga A Grevenbroich/Neuss dabei sein, anders als schon mal in der Vergangenheit hat dieses Mal allerdings keine weitere heimische Mannschaft die Chance auf den Sprung in die Bezirksliga.