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Korschenbroich: Neuer Kanal für den Ortskern

Korschenbroich : Neuer Kanal für den Ortskern

Die Stadt investiert 1,2 Millionen Euro in ihr Kanalnetz, das Sanierungskonzept wurde nach der TV-Befahrung erstellt. Den dicksten Brocken muss der Abwasserbetrieb noch meistern: Ab Mai wird die Hindenburgstraße aufgerissen.

Rohrrisse, Knuffenverschiebungen und Verwurzelungen — so lautet die Diagnose von Thomas Kochs (45). Der Technische Leiter des Städtischen Abwasserbetriebes (SAB) steht vor seiner größten Herausforderung. Große Teile des Kanalsystems im Bereich der Hindenburgstraße müssen jetzt komplett erneuert werden. Dazu wird der Hauptstraßenzug aufgerissen. Eine Vollsperrung ist dann unumgänglich. Die Arbeiten — in drei Bauabschnitte unterteilt — beginnen am 30. Mai und sollen am 20. Dezember abgeschlossen werden. Im Frühjahr 2013 soll noch die neue Asphaltdecke folgen.

Die Arbeiten in der Schillerstraße und in der Arndtstraße sind gerade abgeschlossen, An der Kreuzkapelle erinnern noch die Absperrbaken an die Kanalbauarbeiten. Die nächste Station für die Bagger heißt ab Montag "Am Bahnhof" und Robert-Bosch-Straße. Doch dies sind für Thomas Kochs kleine Fische, denkt er an die Herausforderung Hindenburgstraße: "Die Straße hat eine immense Bedeutung für die Stadt, für die Anlieger, den Einzelhandel und für die Menschen, die in den Ortskern fahren." Und damit prognostiziert Kochs bei aller Vorplanung ein großes Verkehrsproblem: "Wir müssen alle Busse umleiten, Parkbuchten sperren und Halteverbote in den Nebenstraßen einrichten, um die Kanalsanierung zügig abwickeln zu können."

Die Hindenburgstraße wurde in dem umfassenden Sanierungspaket des Abwasserbetriebes zunächst ausgespart. Kochs begründet das mit den publikumsrelevanten Veranstaltungen im Korschenbroicher Ortskern. "Wir haben versucht, die Großveranstaltungen wie den internationalen City-Lauf und ,Unges Pengste' bei der Zeitplanung zu berücksichtigen." Gleiches führt Kochs auch für den Einzelhandel und das erhoffte Weihnachtsgeschäft an.

Fest steht, dass die 600 Straßenmeter abschnittsweise aufgerissen werden. Die schlechte Nachricht: Eine Innenrohrsanierung ist aufgrund der Schadensdiagnose nicht möglich. Die gute Nachricht: Kanalarbeiten bei offener Bauweise lassen sich schneller abwickeln. Und noch eine gute Nachricht schiebt Kochs hinterher: "Die Anlieger werden nicht zur Kasse gebeten." Der Abwasserbetrieb als Bauherr muss die Kosten übernehmen.

Die Ausschreibung für die Großbaustelle Hindenburgstraße ist für März vorgesehen. Den Baubeginn gibt Kochs mit dem 30. Mai an. Dann werden die ersten 120 Meter Fahrbahn aufgerissen — im Bereich Hindenburgstraße/Ecke Freiheitsstraße bis hin zum Hotel "Alte Post". Ein mehrtägiges Durchfahrtsverbot schließt Kochs auch für Anlieger nicht aus. Wer also in der Sanierungsphase einen Möbelwagen erwartet oder eine Lieferung Heizöl bekommt, sollte schon jetzt seine Termine beim Abwasserbetrieb an der Friedrich-Ebert-Straße benennen. Kochs versichert: "Wir versuchen auf die Wünsche der Anlieger einzugehen."

(NGZ/rl)