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Neuer Coach des TSV Bayer Dormagen seit Anfang Juli am Höhenberg

2. Handball-Bundesliga : Neuer TSV-Coach braucht noch Zeit

Anfang Juli hat Matthias Flohr den Job als Cheftrainer des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen angetreten, zweieinhalb Wochen läuft die Vorbereitung. Seit der Bekanntgabe seines Wechsels hat er bewegte Monate hinter sich.

Endlich mal Zeit zum Durchatmen. Es liegen schon ziemlich stressige Monate hinter Matthias „Matti“ Flohr, seit der Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen im Januar bekanntgab, dass der frühere Nationalspieler von seiner Co-Trainerstelle bei der HBW Balingen-Weilstetten im Sommer als Chefcoach an den Höhenberg wechselt. Doch nach den ersten zweieinhalb Wochen intensiver Vorbereitung mit seiner neuen Mannschaft erfolgt zunächst mal ein kleiner Break, die Spieler und das Trainerteam haben ein paar Tage frei. „Zuletzt ist viel auf mich eingeprasselt. Jetzt kann ich mal ein wenig Selbstreflexion betreiben, werde mich aber auch mal wieder mehr um meine Familie kümmern“, sagte Matthias Flohr. Doch bevor es so weit war, schaute er zusammen mit dem Dormagener Handball-Geschäftsführer Björn Barthel noch im Pressehaus an der Moselstraße vorbei, um sich in unserer Redaktion vorzustellen.

„Auf dem Gelände des TSV Bayer Dormagen mit seinen Sportanlagen habe ich mich schon gut eingelebt. Alles andere kommt noch“, meinte Flohr. Dass er noch nicht zu 100 Prozent in der neuen Heimat angekommen ist, kann nicht verwundern. Dazu gab es einfach zu viele Baustellen in den vergangenen Monaten, um die er sich gleichzeitig kümmern musste. Ein Haus für sich, seine Frau und die drei Kinder in der Nähe von Dormagen hat er zwar inzwischen gefunden, doch bis das bezugsfertig ist, wohnt er noch bei seiner Schwester in Köln, während der Rest der Familie bei den Schwiegereltern in seiner Heimatstadt Aachen untergekommen ist. Ganz sicher nicht leichter wurde die Suche nach einer Unterkunft durch die nervlich extrem fordernde Rückrunde der zurückliegenden Spielzeit. Denn als Flohr sich im Januar entschied, das Angebot der Dormagener ab Sommer anzunehmen, stand sowohl der HBW Balingen-Weilstetten in der Ersten Bundesliga als auch dem TSV Bayer Dormagen eine Klasse tiefer ein knallharter Abstiegskampf bevor. Auch für den 40-Jährigen eine emotionale Achterbahnfahrt, die aus Balinger Sicht kein Happy End fand, aus Dormagener aber sehr wohl. Und während er versuchte, alles für den Klassenverbleib seines Ex-Vereins zu tun, musste er sich auch schon mit seinem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigen. „Ich habe mich natürlich über jeden Erfolg der Dormagener gefreut, habe die Spiele aber auch schon analytisch beobachtet und versucht, meine Schlüsse zu ziehen“, erinnerte sich Flohr.

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Dass er sich mal so intensiv aus Trainersicht mit Handballspielen beschäftigen würde, war lange Zeit nicht abzusehen. Denn für die Zeit nach der Profikarriere hatte er zunächst ganz andere Pläne, ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathe und Sport bis zum ersten Staatsexamen hätte ihm zum Beispiel die Möglichkeit eröffnet, in den Schuldienst einzutreten. Doch in Balingen erkannten sie Flohrs Potenzial und überredeten ihn, zunächst als Co-Trainer in den Job reinzuschnuppern. „Wir hatten schon über viele Jahre aus unterschiedlichen Gründen lockeren Kontakt zu Matti. Wir wussten ja, dass er aus der Region kommt. Jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt für ihn, den ersten Job als Cheftrainer anzutreten“, meinte Björn Barthel, der kein Geheimnis daraus macht, dass der TSV den Ex-Nationalspieler zunächst schon gerne im Januar als Nachfolger von Dusko Bilanovic verpflichtet hätte. „Doch es spricht für ihn, dass er Balingen nicht im Stich gelassen hat. Damit vertritt er Werte, die gut zu uns passen“, betonte Barthel.

 Matthias Flohr gibt seinen Spielern Anweisungen.
Matthias Flohr gibt seinen Spielern Anweisungen. Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Denn dass sich Flohr für Dormagen entschied, hat zwar auch damit zu tun, dass ihn das Engagement wieder ganz nah an die alte Heimat bringt, doch ursächlich ist das für ihn stimmige Gesamtkonzept am Höhenberg. „Hier gibt es eine große Kontinuität und es wird darauf gesetzt, junge Leute zu entwickeln“, sagte Flohr, der seit Anfang Juli in Dormagen ist. Zu einzelnen Spielern hatte er vorher schon kurz Kontakt, die tägliche Arbeit mit dem Kader begann aber erst mit dem Vorbereitungsstart am 18. Juli. „Die Mannschaft hat es mir leichtgemacht und mich super aufgenommen“, meinte Flohr, dem der Gemeinschaftsgeist wichtig ist. Entsprechend legt er großen Wert darauf, auch die Kompetenzen seines Trainerteams zu nutzen. Zum Beispiel, um bis zum Saisonstart Anfang September noch mehr Variabilität ins Spiel der Dormagener zu bringen. Doch jetzt genießt der neue TSV-Coach zunächst ein paar freie Tage – Zeit zum Durchatmen.