Korschenbroich : Neue Technik für Pumpen

Die Grundwasser-Pumpen im Stadtgebiet können ab sofort automatisch gesteuert werden. Die neue Technik stellte der Erftverband gestern in Kleinenbroich vor. Er informierte Politik und Verwaltung auch über die ersten Testläufe.

Gute Nachrichten gab's gestern gleich mehrere vom Erftverband: Stefan Simon, Holger Diez und Frank Wilhelms stellten Vertretern aus Rat und Verwaltung die neue Steuerungstechnik für die sieben Förderbrunnen im Stadtgebiet vor. "Lediglich die beiden Kreiselpumpen auf dem Schwimmponton im Herrenshoffer Baggersee müssen künftig noch manuell eingeschaltet werden", erklärte Stefan Simon den rund 30 Anwesenden. Und noch eines begeistert den für das Modell "Kappung der Grundwasser-Spitzen" bei Erftverband in Bergheim verantwortlichen Diplom-Ingenieur: "Die neue Technik ermöglicht uns auch eine Fernüberwachung."

Faltblatt ab heute erhältlich

In den zurückliegenden Monaten hat der Erftverband alle Anlagen mit einer programmierbaren Steuerungstechnik ausgestattet. Die ermöglichen einen automatischen Betrieb der mit stromsparenden Tauchmotorpumpen bestückten Förderbrunnen. Bislang wurden die Anlagen bei einer Überschreitung festgelegter Grundwasserstände an Steuermessstellen von Hand in Betrieb genommen und bei gefallenen Grundwasserständen wieder ausgeschaltet. Der Stromverbrauch kann jetzt mit dem neuen Fernwartungssystem ebenfalls vom Schreibtisch aus abgefragt werden, wie die Menge des geförderten Wassers.

Doch zum Abpumpen wird es vorerst nicht kommen. "Die Grundwasserstände sind aktuell extrem niedrig", stellte Stefan Simon zufrieden fest. Auf den Brunnen "Am Hallenbad" bezogen erklärte er: "Wir sind hier noch 63 Zentimeter vom Einschaltwert entfernt." Die Luft nach oben empfindet der Experte als äußerst positiv: "In den nächsten Wochen müssen wir keinesfalls pumpen."

Eine konkrete Prognose für die bevorstehenden Wintermonate wollte Stefan Simon aber nicht abgeben, obwohl er nicht mehr mit einem Einsatz der Pumpen im November und Dezember rechnet: "Erfahrungsgemäß steigt das Grundwasser erst im Frühjahr." Die bisherigen Testläufe wurden von Holger Diez und Frank Wilhelms als positiv eingestuft.

Der Erftverband hat für die Stadt Korschenbroich die Grundwasser- Regulierung für insgesamt zehn Jahre übernommen. Der Vertrag wurde im April 2011 vom Erftverbands-Vorstand Wulf Lindner und Korschenbroicher Bürgermeister Heinz Josef Dick unterzeichnet. Wichtige Details zum Kappungsmodell, das überwiegend von den Bürgern finanziert wird, haben jetzt der Erftverband, der Rhein-Kreis und die Stadt in einem Faltblatt zusammengestellt. Es ist ab heute unter anderem im Rathaus erhältlich.

(NGZ/rl)