Korschenbroich : Neue Steuerung für Pumpen

Der Erftverband gibt Entwarnung: "Die Regentage im Juli haben zu keinem besorgniserregenden Grundwasseranstieg geführt." Die Pumpen werden derzeit überprüft und mit einer Steuerungstechnik ausgerüstet.

Der Blick zum Himmel, auf die Wetterkarte und ins Internet auf die Grundwasser-Seite Korschenbroich gehören für Holger Diez zum Berufsalltag. Er und sein Kollege Stefan Simon zeichnen beim Erftverband in Bergheim für das Modell "Kappung der Grundwasser-Spitzen" verantwortlich. Trotz der vielen Regenstunden im zurückliegenden Monat gibt Holger Diez Entwarnung. "Derzeit besteht kein Grund zur Sorge."

Für den Diplom-Ingenieur bewegen sich die Grundwasserstände im normalen Bereich. "Wir haben alles im Blick", betont er auf Anfrage. Und damit der Erftverband für die Wintermonate auch bestens gerüstet ist, werden im Anschluss an die Sommerferien alle Grundwasserpumpen überprüft und mit einer neuen Steuerungstechnik ausgerüstet.

Leistungsstufen werden überprüft

Der Erftverband hat für die Stadt Korschenbroich die GrundwasserRegulierung für insgesamt zehn Jahre übernommen. Der Vertrag wurde im April 2011 vom Erftverbands-Vorstand Wulf Lindner und Korschenbroicher Bürgermeister Heinz Josef Dick unterzeichnet. Sieben Grundwasser-Brunnen — vier in Kleinenbroich und jeweils einer in Pesch, Raderbroich und Herrenshoff — wurden bis vergangenen Herbst von der Firma Wilhelm Lenders gesetzt.

Hinzu kommt der Ponton auf dem Herrenshoffer Baggersee, auf dem zwei neue Pumpen installiert wurden. "Wir werden zum Ende der Sommerferien alle Pumpen einschalten und auf ihre Leistungsstufen überprüfen", sagt Holger Diez. "Bei der Schaltung wollen wir auch die Grundwasser-Absenkung ermitteln." Zudem werden die Pumpen mit einer modernen Steuerungstechnik ausgerüstet.

Die Investitionskosten betragen rund 60 000 Euro. Der Vorteil ist für den Fachmann immens: "Wir können direkt vom Büro aus reagieren. Wird der Grenzwert überschritten, muss kein Mitarbeiter mehr nach Korschenbroich rausfahren. Ein Knopfdruck in Bergheim reicht aus und in Pesch wird sofort gepumpt." Für den Erftverband gestaltet sich die allgemeine Situation im Stadtgebiet als "ganz entspannt". Bislang haben die ständigen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach nur wenig Auswirkungen auf die Grundwasser-Neubildung gehabt. "Das Regenwasser wird immer noch von der Vegetation aufgenommen", merkt Diez an.

Das sogenannte Wasserwirtschaftsjahr beginnt am 1. November und erstreckt sich bis zum 31. Oktober. Diez: "Weil in den Wintermonaten nichts wächst, ist in dieser Zeitspanne die Grundwasser-Neubildung am stärksten."

(NGZ/rl)