Fußball : Neue Personalsorgen in Kapellen

Zehn ungeschlagene Pflichtspiele des SC Kapellen in der Fußball-Niederrheinliga sprechen eine klare Sprache. Ein wenig auf die Stimmung drücken vor dem Spiel in Sonsbeck allerdings neue Verletzungsprobleme. Schlimm erwischte es Patrick Becker, er spielt diese Saison nicht mehr.

Kapellen Es scheint, als würde die harte Arbeit für den Erfolg ihren Tribut fordern. Nach der beeindruckenden Bilanz von zehn Pflichtspielen ohne Niederlage weckt ein genauerer Blick auf den Kader des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen vor dem morgigen (14 Uhr) Auswärtsspiel beim SV Sonsbeck Erinnerungen an die von Personalsorgen geprägte Hinrunde. Hinter den Einsätzen zahlreicher Spieler stehen dicke Fragezeichen, Mittelfeldakteur Patrick Becker fällt wegen einer aufgebrochenen alten Verletzung bis Saisonende aus.

"Ich hoffe natürlich nicht, dass das Parallelen zur Hinrunde sind", sagt SCK-Coach Markus Anfang. Wirklichen Grund zur Sorge hat er momentan allerdings noch nicht, denn es gibt zwei entscheidende Unterschiede zu der extrem schwierigen Phase im ersten Saisonabschnitt, die die Mannschaft in arge Abstiegsnöte brachte. Zum einen ist der Kader der Erftstädter qualitativ und quantitativ aktuell noch so stark, dass sichere (Becker, Czajor) und mögliche Ausfälle (Radatz, Niestroj, Bresser, Schuchardt) ausgeglichen werden können; zum anderen haben die Erfolge der zurückliegenden Wochen für jede Menge Selbstvertrauen gesorgt und den größten Druck in Sachen Abstiegsgefahr genommen.

Das sieht bei den Sonsbeckern ganz anders aus. Nachdem der bis dahin so starke Aufsteiger nach der Winterpause den Vertrag mit Trainer Horst Riege verlängert hatte, lief nicht mehr viel zusammen. Ein Remis und vier Niederlagen lautet die magere Bilanz im neuen Jahr. Tiefpunkt war die 0:1-Niederlage am vergangenen Wochenende beim mitten im Abstiegskampf steckenden VfL Rhede. Danach hatte der SC Kapellen nach Punkten (26) mit Sonsbeck gleichgezogen, obwohl er noch zwei Partien weniger auf dem Konto hat. In die Winterpause war die Riege-Truppe mit satten zehn Punkten Vorsprung auf den SCK gegangen. Von der entgegengesetzten Entwicklung beider Mannschaften will sich Markus Anfang allerdings nicht blenden lassen: "Wir müssen uns bewusst machen, wie hart wir dafür arbeiten mussten, den Schalter umzulegen. Nur wenn wir bereit sind, weiterhin so viel zu investieren, werden wir unseren Lauf fortsetzen können."

Besonders viel investiert hat offenbar Patrick Becker. Nachdem er gegen Baumberg mit starken Schmerzen ausgewechselt worden war, zeigten Röntgenbilder, dass die Bruchstelle im Mittelfuß aus der Hinrunde den jüngsten Belastungen nicht standgehalten hat. Er wird wohl operiert. Eine taktische Neuausrichtung wird es aufgrund dieses oder möglicher weiterer Ausfälle aber nicht geben. Anfang ist von der Qualität der Männer aus der zweiten Reihe angetan: "Bisher hat mich jeder Spieler, der reingekommen ist, überzeugt. Das erwarte ich von allen, wir brauchen nicht umzustellen."

(NGZ)