Jüchen : Neue Linie für Güterverkehr

Der Güterverkehr auf der Schiene wird bis 2025 drastisch zunehmen. Verkehrsträger und Bahn planen 15 Projekte, um Köln zu entlasten. Eine Millionen-Investition: die neue Bahnlinie zwischen Herrath und Hochneukirch.

Eine Milliarden-Investition soll rund um den Bahnknotenpunkt Köln auf die Schiene gebracht werden. Das Ziel: den Güterverkehr zwischen Aachen und Köln zu entzerren. Zu dem 15-Punkte-Katalog gehört die Verbindungsstrecke "Rheydter Kurve" — und damit auch der Jüchener Ortsteil Hochneukirch.

Eine neue Bahnlinie zwischen Herrath und Hochneukirch, parallel zur A 46, ist geplant. Sie soll das Nadelöhr Hauptbahnhof Aachen entlasten. Foto: berns/Grafik: NVR

"Als eine Variante ist eine neue Gleisstrecke, parallel zur Autobahn 46, zwischen Herrath und Hochneukirch geplant. Dies wäre eine der größten Maßnahmen in dem Paket", so Holger Klein, Sprecher der Nahverkehr Rheinland (NVR) GmbH. Eine Entscheidung kann 2014 fallen, wenn die Bundesregierung über den neuen Verkehrswegeplan entscheidet.

Auf der Schiene wird es eng. "Bis 2025 rechnen wir mit einer Zunahme des Gütertransports um bis zu 65 Prozent. Deshalb muss jetzt etwas passieren", sagt Holger Klein (40).

Darauf wollen die Deutsche Bahn und die Nahverkehr Rheinland reagieren: In der Domstadt und auf den umliegenden Strecken sollen mehr Güterwaggons besser rollen können; zudem sollen der Nah- und Fernverkehr getrennt werden. 15 unterschiedliche Projekte sind geplant: Die kurz-, mittel- und langfristigen Ausbauten stammen aus einem Gutachten, das das Schweizer Ingenieurbüro SMA 2011 vorgelegt hat.

Und so sehen die Varianten für die "Rheydter Kurve" aus: Güterzüge von Aachen-West sollen im nördlichen Bogen nach Köln gelenkt werden. So kann der Engpass am Aachener Hauptbahnhof umfahren werden. Variante 1 sieht entlang der A 46 eine neue eingleisige Strecke vor, die an ihrem Ende einen zweigleisigen Abschnitt zum Puffern von Zügen hat. Der Vorteil: Damit wird die Fahrstrecke Aachen West nach Köln deutlich verkürzt. Die zweite Variante sieht vor, dass die eingleisige "Rheydter Kurve" wiederaufgebaut wird und dass der Bereich Odenkirchen zweigleisig ausgebaut wird.

Welche Variante realisiert wird, steht zurzeit noch nicht fest. "Ein Strecken-Neubau ist auf jeden Fall ein kostspieliges Projekt", sagt Holger Klein. Bisher werde noch an der Weichenstellung gearbeitet.

"Erst dann, wenn wir wissen, wie viel Geld wir von der Bundesregierung erhalten, können wir auch weiter planen und die Planungskosten prüfen lassen." Ein erster Schritt sei der Bundesverkehrswegeplan, der in zwei Jahren entschieden wird. Aus diesen Plänen ergeben sich Baustarts für die einzelnen Projekte 2016, 2020 und 2030. "Für Hochneukirch könnte ich mir die Zeitschiene 2020 vorstellen", so Klein.

(NGZ/rl)