Jüchen: Neue Internet-Plattform für Jugendliche

Jüchen : Neue Internet-Plattform für Jugendliche

Die Gemeinde will bei Jugendlichen mehr Interesse für Kommunalpolitik wecken. Jüchen will als eine der ersten Kommunen in Deutschland 2013 die Internet-Plattform "youthpart" einrichten, auf der junge Menschen diskutieren.

Seit Jahren diskutieren Jüchener Kommunalpolitiker darüber, wie Jugendliche mehr über die lokale Politik erfahren können. Die Vorschläge reichen vom Jugendparlament bis zum Projekt Kommunalpolitik in die Schule (KidS), bei dem Jugendliche Politiker in Sitzungen begleiten. Einstimmig brachte der Hauptausschuss jetzt ein anderes Projekt auf den Weg: Die Gemeinde wird 2013 die speziell auf junge Menschen abgestimmte Internet-Plattform "youthpart" einführen. Die – für die Gemeinde kostenlose – Software dafür ist zurzeit noch in Arbeit.

Im Rathaus treiben Jürgen Wolf und Thomas Hochstein das Projekt voran: "Es ist seit langem ein Wunsch der Politik, ein Jugendparlament einzurichten. Wir denken, aber, dass eine Web-basierte Kommunikationsplattform zeitgemäßer ist", erklärt Wolf. "Wir wollen damit Jugendliche bewegen, sich mehr für kommunale Themen zu interessieren – und damit einen Beitrag gegen Politikverdrossenheit leisten."

Durch den Städte- und Gemeindebund war die Gemeinde auf das Projekt "youthpart – ePartizipation vor Ort" aufmerksam geworden. Betreut wird es von der Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) in Bonn. "Jüchen ist eine der ersten Kommunen in Deutschland, die ,youthpart' einführen", erläutert IJAB-Pressereferent Christian Herrmann. Zurzeit werde an der "jugendgerechten Übersetzung einer bestehenden Software gearbeitet.

Und so soll es gehen: Wer bei "youthpart" mitdiskutieren möchte, muss sich registrieren. "Dann können Jugendliche ihre Meinungen und Wünsche äußern", erläutert Hermann. "Es folgt ein Aushandelungsprozess: Was meinen andere, wie können wir uns zusammentun? Schließlich gibt es eine Resonanz der Gemeinde, ob der Wunsch aufgegriffen wird oder warum er nicht realisierbar ist", so Herrmann. "Mit dem Projekt gehen die Kommunen die Selbstverpflichtung ein, dass sie sich mit den Anliegen der Jugendlichen befassen." Neben Politikern haben sich auch bereits einige Jugendliche von Partei-Jugendorganisationen über "youthpart" informiert. "Ich sehe das Projekt als gute Möglichkeit, Jugendliche zu motivieren, sich selbst zu engagieren", sagt Chris Popowski (16), der Bedburdycker ist bei der Jungen Union aktiv. "Grundsätzlich sind viele Jugendliche an Politik interessiert – aber sie sagen, dass ihnen Anlaufstellen fehlen." Die bilde künftig die Internet-Plattform. Die Vorbereitungen im Rathaus befinden sich noch in den Anfängen, "Am 10. Januar wird es ein Gespräch über das weitere Vorgehen geben", erklärt Wolf. Die Gemeinde will auch Schulen und Jugendverbände einbinden.

Im Hauptausschuss pochte SPD-Ratsherr Reiner Lange darauf, "dass wir uns neben der Internet-Plattform auch weiterhin mit den anderen Vorschlägen – zum Jugendparlament und KidS-Projekt – befassen sollten. Wir sehen weiteren Beratungsbedarf, wie wir Jugendliche mehr einbinden können."

(NGZ)
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