Jüchen : Neue Christus-Figur für Fußfall

Nachdem Vandalen den Fußfall zwischen Wallrath und Stessen zerstört hatten, war der Ärger der Anwohner groß. Schnell wurde eine Übergangslösung geschaffen. Mittlerweile gibt es einen Spender für eine neue Christus-Figur.

Mit so viel Unterstützung hatte Helmut Wittig nicht gerechnet. Dabei hatte für den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Wallrath alles mit einer Hiobsbotschaft begonnen: Der Fußfall zwischen Wallrath und Stessen war von Vandalen beschädigt, die Jesus-Figur abgerissen und das Kruzifix zerstört worden. Das ließ den Wallrathern keine Ruhe. Franz Winkelmann zauberte aus seinem Fundus eine Christusfigur hervor, die allerdings kleiner war, als die zerstörte. Rolf Reibel befestigte die Ersatz-Figur. "Das war eine richtig schöne Überraschung", sagt Helmut Wittig. Und doch ist es eine Übergangslösung: Nachdem die NGZ über den Vandalismus-Fall berichtet hatte, meldete sich Michael Geuer, Steinmetz aus Grevenbroich, bei der Dorfgemeinschaft — und stiftet eine deutlich größere Christusfigur.

Noch ist diese allerdings nicht befestigt worden. "Zunächst muss der Fußfall ja renoviert werden", erklärt Wittig. Er hofft, dass dies bis Weihnachten abgeschlossen ist. "Allerdings muss auch frisch gestrichen werden", sagt der 59-Jährige. Deshalb möchte er kein zu enges Zeitfenster nennen. "Natürlich hoffen wir, dass alles so schnell wie möglich erledigt werden kann. Angesichts des Wetters müssen wir aber auch Verzögerungen einkalkulieren."

Von den Vandalen, die das Kruzifix am Fußfall in Wallrath zerstört und die Jesus-Figur abgerissen haben, fehlt nach wie vor jede Spur. Helmut Wittig kann immer noch nicht nachvollziehen, was sie dazu getrieben hat. Für die 225 Mitglieder zählende Dorfgemeinschaft war die Zerstörung des Fußfalls wie ein Nackenschlag: Erst kurz zuvor hatte man die Anlage neu gestaltet. Über 1000 Euro wurden dafür investiert, viele freiwillige Helfer hatten mit angepackt. Über Nacht war die ganze Arbeit zunichte gemacht worden — ganz abgesehen vom ideellen Wert. Wittig hatte daraufhin Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Polizei ermittelt. Deren Sprecher Hans-Willi Arnold hatte jedoch wenig Zuversicht geäußert, die Täter zu finden.

Es war nicht das erste Mal, dass der Fußfall beschädigt wurde. Vor sechs Jahren war das Wegkreuz an der Rosskastanienbank ebenfalls zerstört worden. Bei beiden Taten ging es der Jesus-Figur an den Kragen. "Vielleicht haben der oder die Täter ihn als Trophäe mitgenommen", mutmaßt Wittig. Für den Vandalismus hat er nur eine Erklärung: "Vielleicht waren es Taten unter Alkoholeinfluss."

So sehr der Ärger noch immer da ist — die Dorfgemeinschaft freut sich jetzt über die Spende von Michael Geuer und die derzeit geschaffene Übergangslösung. Es ist ein Zeichen des Zusammenhalts.

(NGZ)