Jüchen : Neue Autobahn durch Tagebau

Der Ausbau der sechsspurigen A44n durch den Tagebau Garzweiler beginnt. Bis 2017 soll sie fertig sein und die A 61 ersetzen, die ebenfalls dem Braunkohle-Abbau weichen muss. Bis 2035 wird die A 61 wiederhergestellt.

Die Pläne sind fertig, das Planfeststellungsverfahren ist rechtskräftig, nun werden die einzelnen Gewerke für das Mammutprojekt Autobahnbau rund um den Tagebau Garzweiler vergeben: Rund 100 Millionen Euro — ähnlich wie bei der Hambach-Autobahn — investiert der Bergbautreibende RWE Power in die Autobahnen 44 und 46.

In diesem Jahr beginnt der Bau der sechsspurigen A 44n mit dem neuen Autobahnkreuz Jackerath. Auch die A 61 muss den Schaufelradbaggern weichen. "Bis 2017 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein", sagt Karsten Waschke, Leiter der Abteilung Verkehrsbau bei RWE Power. Weiterhin wird in fünf Jahren zwischen dem Autobahnkreuz Holz und Wanlo die A 46 ausgebaut werden: Sie wird ebenfalls auf sechs Fahrbahnen erweitert.

"Alte" Autobahn 44 Der Tagebau Garzweiler war bis Januar 2006 so weit vorangeschritten, dass er die Autobahn 44 erreichte. Der gesamte Abschnitt zwischen den beiden Autobahnkreuzen Holz und Jackerath wurde abgerissen. Seitdem läuft der Verkehr über die A 61.

Autobahn 61 Der Tagebau Garzweiler wandert zurzeit weiter Richtung Westen — und erreicht dann die Autobahn 61. Ein rund sechs Kilometer langer Abschnitt muss für den Braunkohle-Abbau in Garzweiler weichen. Als Ersatz ist die Autobahn 44n vorgesehen; sie soll bis 2017 fertig gestellt werden. Aber auch die A 61 soll nach dem Braunkohlenplan ab 2035 mit vier Spuren errichtet werden.

Autobahn 44n Die neue Autobahn soll ab 2017 nicht nur die abgerissene A 44 ersetzen, sondern auch den Verkehr der A 61 aufnehmen. In großen Teilen verläuft sie durch rekultivierte Flächen im Tagebau Garzweiler. "Mit ihren sechs Spuren kann sie den Verkehr der A 61 problemlos aufnehmen und sorgt somit für einen störungsfreien Verkehrsfluss", so Waschke.

Der erste Schritt des großen Autobahn-Umbaus für die A 44n ist bereits im Tagebau Garzweiler zu erkennen: Dort wird Erde für die neue Trasse verkippt. "Bis zu 200 Menschen werden in Spitzenzeiten an der neuen Autobahn bauen", sagt Karsten Warschke.

Gearbeitet werde an der künftigen Großbaustelle bereits jetzt, allerdings von anderen Experten: "Zurzeit sind außerhalb des Abbaufeldes im Rahmen der bauvorbereitenden Maßnahmen noch der Kampfmittelräumdienst und Archäologen im Einsatz", sagt Karsten Waschke.

(NGZ)