Jüchen : Neue Aufgabe für Kranz

Jüchen (S.M.) Auf Jüchens politischer Bühne war es zuletzt ein offenes Geheimnis – seit Montag Nachmittag ist es offiziell: Margarete Kranz ist die neue Umsiedlungsbeauftragte der Landesregierung. Dr. Jens Baganz, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, überreichte der vor zwei Wochen aus dem Amt geschiedenen Bürgermeisterin gestern im Alten Rathaus von Erkelenz die Ernennungsurkunde. Margarete Kranz tritt die Nachfolge von Erwin Mathissen an. Der 72-Jährige zog sich auf eigenen Wunsch zurück und hat der Landesregierung Margarete Kranz als seine Nachfolgerin vorgeschlagen.

Jüchen (S.M.) Auf Jüchens politischer Bühne war es zuletzt ein offenes Geheimnis — seit Montag Nachmittag ist es offiziell: Margarete Kranz ist die neue Umsiedlungsbeauftragte der Landesregierung. Dr. Jens Baganz, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, überreichte der vor zwei Wochen aus dem Amt geschiedenen Bürgermeisterin gestern im Alten Rathaus von Erkelenz die Ernennungsurkunde. Margarete Kranz tritt die Nachfolge von Erwin Mathissen an. Der 72-Jährige zog sich auf eigenen Wunsch zurück und hat der Landesregierung Margarete Kranz als seine Nachfolgerin vorgeschlagen.

"Glücksfall für das Amt"

Jens Baganz bezeichnete die bisherige Bürgermeisterin — angesichts ihres beruflichen Werdegangs als Verwaltungs- und Betriebswirtin sowie Sachverständige für die Bewertung von Immobilien — als einen "Glücksfall" für das mit einer Aufwandsentschädigung verbundene Ehrenamt der Umsiedlungsbeauftragten. Zu den Aufgaben von Margarete Kranz wird es insbesondere gehören, zwischen den von der Umsiedlung Betroffenen und RWE Power bei Entschädigungsverhandlungen zu vermitteln.

"Wie die meisten Ereignisse" sei ihre Berufung zur Umsiedlungsbeauftragten "eher zufällig" erfolgt. "Ich habe in den vergangenen fünf Jahren permanenten Kontakt zur Landesregierung, zu RWE und allen an der Umsiedlung beteiligten Behörden gehabt", erklärte Margarete Kranz am Montag gegenüber der NGZ.

"Von Seiten des Ministeriums ist man immer gut gefahren, hierfür Menschen zu nehmen, denen das Thema geläufig ist und die die Sprache der Umsiedler sprechen", betont Jüchens frühere Bürgermeisterin mit Blick auf ihre Vorgänger Erwin Mathissen und Erich Heckelmann. Nach den beiden Sozialdemokraten ist Margarete Kranz übrigens die erste Christdemokratin in dieser Funktion, was Erwin Mathissen gestern scherzhaft als "ihren einzigen Fehler" bezeichnete.

In Jüchen selbst, wo die Umsiedlung im Mai 2008 offiziell für beendet erklärt wurde, wird Margarete Kranz nur noch einige kleinere Aufgaben wahrnehmen müssen. Ein Schwerpunkt ihrer neuen Tätigkeit liegt dagegen in Erkelenz, wo bis Ende kommenden Jahres 5000 Menschen infolge des fortschreitenden Tagebaus Garzweiler II von der Umsiedlung betroffen sein werden. Im gesamten Braunkohlerevier, für das sie zuständig ist, sind es etwa 9000 Menschen.

Der zu leistende Arbeitsaufwand ist beachtlich, wie Jörg Baganz anhand der knapp fünfjährigen Amtszeit von Erwin Mathissen deutlich machte. Der frühere Erkelenzer Bürgermeister hat seit 2005 rund 1000 Hausbesuche absolviert, wobei inklusive von Telefonaten und anderen Gesprächen "mehrere zigtausend Stunden aufgelaufen sind", so der Staatssekretär.

Margarete Kranz will ihre Sprechstunden "so abhalten, wie die Menschen es wollen", gegebenenfalls auch "zuhause am Kaffeetisch." Gesprächs- und Beratungstermine mit der neuen Umsiedlungsbeauftragten können telefonisch unter der Rufnummer 01 72/20 06 00 45 vereinbart werden. Die 80-Prozent-Quote, die bei der Umsiedlung in Jüchen erreicht wurde, wird im rheinischen Braunkohlereviereine eine uneinholbare Rekordmarke bleiben. Sie in Erkelenz zu erreichen, wird jedenfalls "nicht mehr möglich sein", so Jörg Baganz.

Gespräche auch am Kaffeetisch

Margarete Kranz versicherte gestern in Erkelenz, "das Ohr am Munde des Umsiedlers" haben zu wollen und sich auch im übrigen Revier für die in Jüchen verwirklichte Sozialverträglichkeit der Umsiedlung zu engagieren. "Ich verspreche, die ,Säule' Mathissen zu ersetzen", sagte sie unter Anspielung auf ihren vom Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen als solche gewürdigten Vorgänger.

(RP)