Jüchen : "Netto" kommt nach Jüchen

Der lange geplante Discounter kommt nach Bedburdyck und Gierath: "Netto" startet mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 71 Parkplätzen. Schwierig war die Ansiedlung wegen eines Strommastes.

Zwischen Bedburdyck und Gierath wird der Discounter "Netto" (Gesamtfläche 800 Quadratmeter) mit einem Backshop eröffnen. Bürgermeister Harald Zillikens stellte gestern Nachmittag mit Manfred Noisten aus Wachtberg den Investor vor. "Die Notarverträge sind zwar noch nicht unterschrieben. Aber alle Abstimmungen, etwa mit der Bezirksregierung oder mit Straßen NRW, sind bereits erfolgt", sagte Zillikens.

Für den ebenfalls gestern stattfindenden Planungsausschuss war der Zeitplan zu knapp; jetzt soll das Projekt — Investitionssumme 1,2 Millionen Euro ohne Grundstück — in der Gemeinderatssitzung am 27. September auf den weiteren Planungsweg gebracht werden. Die Ansiedlung ist aus zwei Gründen wichtig: Die Einkaufsmöglichkeiten in Bedburdyck und Gierath werden deutlich verbessert, und es wird ein Beitrag zur Finanzierung der neuen Dreifachhalle geleistet. Die Eröffnung des Discounters soll vor Weihnachten 2013 erfolgen.

Das Thema Nahversorger beschäftigt die Jüchener Politiker und die Verwaltung seit Jahren. Das Projekt gehört zur Gegenfinanzierung für die 3,5 Millionen teure Dreifachhalle. Die beiden alten Sporthallen sollen abgerissen und als Wohngebiet (Stessen) sowie für einen Nahversorger genutzt werden: "Ohne sie hätte der Landrat uns als Haushaltssicherungskommune die neue Halle nicht genehmigt", erklärte der Bürgermeister. Bisher hatte ein Strommast auf dem Gelände Ansiedlungen verhindert.

Dieser Mast war laut Angaben von RWE unverzichtbar, so lange eine Alternative für die Verbindung zwischen Neuss-Reuschenberg und Holzheim fehlt. Er hätte aber Störungen verursachen können. "Deshalb scheiterten auch alle Gespräche mit Interessenten", erklärte Harald Zillikens. Jörg Runnebohm, Abteilungsleiter im Euskirchener Architekturbüro Michael Velde, hat jetzt eine Lösung gefunden — trotz Mast.

"Der künftige ,Netto'-Markt wird keine Standardmaße besitzen", erläuterte der Architekt. Statt quadratisch werde er rechteckig sein. Wichtig sei die Erreichbarkeit nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Fußgänger und Radfahrer.

Planungsausschussvorsitzender Helmut Kreutz war zufrieden: "Die Versorgungslage ist in den beiden Orten knapp. Immer mehr Familienbetriebe verschwinden, Immobilien für neue Firmen fehlen." Das sei ein Problem, nicht nur in Jüchen. Kreutz ist überzeugt: "Die Menschen wollen den Nahversorger." Und der Nahversorger hat bereits das Weihnachtsgeschäft 2013 im Blick. "Der Markt wird am 6. November 2013 übergeben und 14 Tage später eröffnet", erläuert Sebastian Mauß, Gebietsleiter Expansion bei "Netto". Es werde 71 Parkplätze geben. Die Zahl der Arbeitsplätze sei noch offen.

(NGZ/rl)