Jüchen : "Nein" zu höherer Hundesteuer

Jüchener Hundebesitzer ärgern sich, dass die Gemeindeverwaltung die Hundesteuer erhöhen will. Sie kritisieren, dass die Einnahmen nicht für die Tiere genutzt werde. Auch könnte manchem Rentner der Hund zu teuer werden.

Hundeliebhaber in Jüchen müssen künftig tiefer für Hasso, Waldi und Co. in die Tasche greifen. Das planen Bürgermeister Harald Zillikens und die Verwaltung. Sie wollen die Hundesteuer-Einnahmen pro Jahr um 10 000 Euro erhöhen. Bisher bringen Hundebesitzer 140 000 Euro in die Gemeindekasse. Wird die Gebühr angehoben, bedeutet das rund 14 Prozent Kosten mehr pro Tier. Morgen werden die Politiker entscheiden, ob das "Hobby Hund" teurer wird.

Die CDU-Fraktion und ihr Kooperationspartner FDP lehnen die Verwaltungspläne ab. Holger Tesmann, Fraktionschef der SPD, kann sich nur eine teilweise Erhöhung vorstellen. Sein Vorschlag: "Wie Grevenbroich sollte die Gemeinde Jüchen die Abgabe für Kampfhunde drastisch erhöhen."

Wenn die Hundesteuer steigt, kann sich vielleicht mancher Besitzer seinen "besten Freund" nicht mehr leisten, werden mehr Tiere ausgesetzt, fürchtet Karina Karlstädt (42), Hundebesitzerin und Chefin einer Familienhundeschule in Gierath: "Ich engagiere mich für den Tierschutz. Über Facebook erfahre ich täglich, wie viele Hunde in ganz Deutschland ausgesetzt werden — und das bei dieser eisigen Kälte."

Denn zu den Gebühren kämen Aufwendungen für Futter und Tierarztbesuche. Wenig Verständnis für eine höhere Hundesteuer haben auch Hundebsitzer Gerda Glasmacher (48) aus Jüchen und Heinz-Dieter Kreutz aus Gierath: "Es ist ungerecht, diese Steuer zu erhöhen, da das Geld nicht für Hunde verwendet wird."

(NGZ/rl)