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Korschenbroich: Neersbroicher Feld ohne Häuser

Korschenbroich : Neersbroicher Feld ohne Häuser

Eine Bebauung des Neersbroicher Felds soll es nicht geben. Geht es nach dem Planungsausschuss, soll der Stadtrat das Gebiet auch aus der Liste denkbarer Baugebiete streichen. Mit acht zu sieben Stimmen fiel die Entscheidung jedoch denkbar knapp aus.

Neersbroich Klare Mehrheiten sind für ein potenzielles Baugebiet Neersbroicher Feld nicht in Sicht. Nach der ersten Partie im März 2005 dauerte es etwas mehr als zwei Jahre bis zum "Rückspiel" - das unter umgekehrten Vorzeichen ebenso knapp endete: Mit acht zu sieben Stimmen kippte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege jetzt die von der Verwaltung präsentierte Planung für das Neersbroicher Feld.

Ausgearbeitet hat sie die VdH Projektmanagement GmbH auf der Basis des Stadtentwicklungskonzepts. Statt der dort genannten 500 Einwohner wurde diese Zahl auf letztlich noch 150 reduziert, wobei 60 Häuser entstehen sollten. Einer ersten Untersuchung zufolge sei die Wirkung des Lärmschutzwalls entlang der Landstraße 31 ausreichend. Detailliertere Untersuchungen hätten im nun schon vor der Einleitung gestoppten Bebauungsplanverfahren erfolgen sollen.

Hatte die SPD 2005 mit ihrem Antrag, das Neersbroicher Feld aus der Liste potenzieller Baugebiete zu streichen, noch mit sieben zu acht Stimmen den Kürzeren gezogen, konnte sie sich nun über die gelungene Revanche freuen. "Es kann nicht sein, eine Umgehungsstraße zu bauen und dann die Leute heran zu holen", lautete damals wie heute das zentrale Argument von Albert Richter, demzufolge das Neersbroicher Feld "ganz langsam, still und heimlich" in das Stadtentwicklungskonzept gekommen sei.

Letzterem widersprach Wolfgang Houben (Bündnis 90/Die Grünen) unter Hinweis darauf, dass das Neersbroicher Feld als potenzielles Baugebiet bereits in dem während der Sitzung viel zitierten Gutachten des früheren Stadtbaurats Rainer Gleß genannt werde. Ansonsten pflichtete Houben Richter indes darin bei, dass es "nicht sinnvoll" sei, in der Nähe einer Umgehungsstraße zu bauen. "Von Anfang an dagegen" gewesen sei die FDP, erklärte Hanne Wolf-Kluthausen, "auch wenn es scheibchenweise wieder aufgebracht wird".

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ansgar Heveling verwies demgegenüber darauf, dass das Neersbroicher Feld im Gebietsentwicklungsplan als Siedlungsentwicklungsfläche ausgewiesen sei und auch seitens der Landesplanung gebilligt werde. Für Peter Drüll (Die Aktive) entspricht die vorgelegte Planung "nicht dem, wie eine Stadt wachsen soll, nämlich von innen nach außen".

Als Drüll bei einer weiteren Wortmeldung zu Protokoll gab, nicht grundsätzlich gegen ein Wohngebiet zu sein, griff Bürgermeister Heinz Josef Dick vehement in die Debatte ein und drängte - ungeachtet der sich abzeichnenden Mehrheit zuungunsten der Befürworter einer Bebauung - auf eine Abstimmung über den Vorschlag der Verwaltung.

Martin Diehlen (UWG), der bereits weitergehende Detailzeichnungen verteilt hatte, suchte die Situation zu retten und warb eindringlich, doch letztlich vergeblich für eine Vertagung - die allerdings auch die CDU-Fraktion ablehnte. Diehlen hatte unter anderem auf die Möglichkeit verwiesen, das Umfeld der Brauerei Bolten neu zu gestalten.

"Die Tür zugeschlagen" zu haben, wie Peter Drüll ihm vorwarf, bestritt der Bürgermeister: "Es ist ein Investor da, der ein Anrecht darauf hat, zu wissen, woran er ist", erklärte Heinz Josef Dick, der eine "klare Entscheidung" verlangte.

"Der Rat hat beschlossen, diese Fläche zuzulassen",ging der Bürgermeister noch einen Schritt weiter und regte zugleich eine Empfehlung des Planungsausschusses an den Stadtrat an, das Neersbroicher Feld ganz aus der Liste potenzieller Baugebiete zu streichen - was das Gremium mit gleichfalls acht zu sieben Stimmen dann auch tat.

(NGZ)