Martin Kresse sieht Versorgungslücke in Liedberg: Nächste Post drei Kilometer entfernt

Martin Kresse sieht Versorgungslücke in Liedberg : Nächste Post drei Kilometer entfernt

Von Carsten Sommerfeld

Von Carsten Sommerfeld

Eine Versorgungslücke in Liedberg will Grünen-Politiker Martin Kresse schließen: Der Ort benötige wieder eine Post. Kresse wandte sich an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post und verweist auf eine Bundesverordnung: Danach soll in zusammenhängenden Wohngebieten niemand mehr als 2.000 Meter zur nächsten Poststelle laufen. Bis noch vor fünf Jahren hatten Liedberger keinen weiten Weg zur Post: Die Filiale an der Fuchsstraße wurde im Oktober 1995 geschlossen. Grünen-Politiker Martin Kresse, selbst Liedberger, setzt sich nun dafür ein, dass der Ort wieder eine Post oder Post-Agentur erhält - und beruft sich hierbei auf eine Bundesverordnung. NGZ-Foto: M. Reuter

Abgegangen ist Martin Kresse, Sprecher des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, die Strecke zur Post in Korschenbroich oder zur neuen Post-Agentur in Glehn zwar nicht, "aber ich habe auf der Karte nachgemessen". Rund drei Klometer Luftlinie seien es bis zu den nächsten Filialen mit dem gelben Schild - zu weit "vor allem für ältere Liedberger, die kein Auto haben".

Dabei hatte der Ort bis zum Oktober 1995 eine eigene Filiale an der Fuchsstraße, die von der Post mit Hinweis auf mangelnde Nachfrage geschlossen worden sei. Doch der Kommunalpolitiker beruft sich auf die PUDLV - die seit 1998 gültige Post-Universaldienstleistungsverordnung. Auf deren Basis sei bereits im Hannoveraner Vorwort Waldheim eine Versorgungslücke aufgedeckt worde.

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Und was in Niedersachsen klappt, soll nun auch in Korschenbroich funktionieren. Also reichte Kresse eine Beschwerde bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn, eine dem Bundeswirtschaftsministerium zugeordnete Bundesbehörde, ein: "Da die nächste Posteinrichtung zu weit weg ist und Liedberg groß genug ist, bitte ich Sie sicherzustellen, dass in Liedberg bald wieder Postdienstleistungen angeboten werden."

Ein Ergebnis liegt in Bonn noch nicht vor: "Wir prüfen solche Anfragen in jedem Einzelfall", erklärte Pressesprecherin Linda Giers-Lambertz. Liedberg muss einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden: "In allen Gemeinden mit mehr als 4.000 Einwohnern muss mindestens eine stationäre Einrichtung vorhanden sein; dies gilt in der Regel auch für Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben", heißt es in der Verordnung, und weiter: "Es ist grundsätzlich zu gewährleisten, dass in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Einrichtung in maximal 2.000 Metern für die Kunden erreichbar ist."

Nun wird wohl exakt nachgemessen, wie weit es Liedberger Post-Kunden haben. Fest steht, dass Liedberg mit rund 2.300 Einwohnern die 4.000-Einwohner-Marke der Verordnung nicht erfüllen kann, auch wenn Kresse auf Baugebiete im Ort verweist. Stellt sich eine Versorgungslücke heraus, kann die Behörde die Post-Dienstleistung ausschreiben und sogar einen Lizenznehmer verpflichten. Für die Prüfung wurde auch die Post AG um eine Stellungnahme gebeten.

Bisherige Ergebnisse teilte Post-Pressesprecher Friedrich Buttgereit in Düsseldorf mit Hinweis auf "das laufende Verfahren" nicht mit. Das Unternehmen werde jedoch auch bei einer Zurückweisung der Beschwerde durch die Bundesbehörde dem Problem nachgehen und nach einer Lösung suchen. Allerdings hat er eine Erfahrung gemacht: "In kleineren Orten, die früher eine Post hatten, arbeiten heute viele Bewohner in benachbarten Städten und gehen dort zur Post."

Auch Martin Kresse räumt ein, dass er seine Post-Geschäfte in Neuss erledigt. Buttgereit nannte neben einer stationären Einrichtung eine Alternative, die in vielen ländlichen Gegenden angeboten werde, den mobilen Postservice. "Dabei kann der Kunde den Post-Mitarbeiter an die Tür bestellen."

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