Nachbarschaftsduell in der Fußball-Landesliga: Jüchen in Odenkirchen.

Fußball : Im Derby zählt für Jüchen nur der Sieg

Vor dem Nachbarschaftsduell der Fußball-Landesliga in Odenkirchen nimmt Trainer Michele Fasanelli seine launische Mannschaft in die Pflicht. Auch die Holzheimer SG und der SC Kapellen müssen in der Fremde ihr Glück suchen.

Vor dem spielfreien Totensonntag am 25. November wollen die drei Vertreter des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss in der Landesliga noch mal ein Ausrufezeichen setzen.

SpVg Odenkirchen – VfL Jüchen/Garzweiler. Das auf der Hans-und-Hermann-Trützschler-Sportanlage an der Beller Mühle bereits am Samstag (17.45 Uhr) angepfiffene Duell mit Odenkirchen ist rund ums die Stadionstraße zwar nicht (mehr) das Hauptgesprächsthema, aber das gemeinsame Bier am Stammtisch würde Jüchens Trainer Michele Fasanelli nach dem Schlusspfiff gerne als Gewinner genießen. Die drei Punkte beim Ortsnachbarn hat er freilich auch deshalb fest eingeplant, weil sein Kollege Kemal Kuc seit Wochen von gravierenden Personalproblemen geplagt wird. „In Bestbesetzung ist das eine ganz andere Nummer, aber so wie Odenkirchen im Moment aufgestellt ist, musst du da gewinnen“, fordert er mit Blick auf die jüngsten Niederlagen der Gastgeber gegen Holzheim (0:2) und Fischeln (0:5). Allerdings weiß er, wie launisch seine Schützlinge sein können. Als Negativbeispiele dienen ihm die Pleiten gegen damals ebenso problembeladene Fischelner (0:1) und den Rather SV (0:2). Darum seine dringende Bitte: „Ich weiß, das Potenzial ist da, nur müssen wir das auch abrufen.“ Am Sonntag daheim gegen Rath gelang das nicht, versagte gleich die halbe Mannschaft krass.

SSVg Heiligenhaus – Holzheimer SG. Mit Siegen in Odenkirchen (2:0) und Vohwinkel (1:0) hat sich der Aufsteiger vorerst mal auf den am Saisonende rettenden 15. Rang vorgearbeitet. Um das kleine Hoch noch eine Weile zu genießen, „wäre es wichtig, nun in Heiligenhaus nachzulegen“, fordert der Trainer Guido van Schewick. Den Gegner, der unter dem neuen Coach Imre Renji erst einmal verloren hat, nahm er bei dessen 4:1-Sieg über Kapellen persönlich unter die Lupe. Nun weiß er: „Dieses Spiel hat Heiligenhaus hochverdient gewonnen. Die haben ein paar wirkliche gute Leute.“ Gar nicht in den Kram passt ihm darum der Ausfall von Thorsten Linnemeier, der zuletzt in der Viererkette vor dem Tor stabile Leistungen abgeliefert hatte. Den Platz des 29-Jährigen könnte Benedikt Hambloch übernehmen, denkbar wäre auf diesem Posten indes auch der Einsatz von Tom Nilgen. Unabhängig davon ist für van Schewick klar: „Wir müssen als Mannschaft funktionieren. Nur wenn wir über 90 Minuten alle vernünftig gegen den Ball arbeiten und defensiv gut stehen, haben wir eine Chance. Dann rutschen wir vor der Pause auch nicht wieder auf einen Abstiegsplatz ab.““

VfB Solingen – SC Kapellen. Auch nach zwei deutlichen Niederlagen in Folge kommt in Kapellen Jörg Ferber das böse Wort Krise nicht über die Lippen. Stattdessen sagt der Sportliche Leiter: „Wenn wir da jetzt wieder rauskommen, ist das doch eine Situation, aus der wir super viel lernen können.“ In der Pflicht sieht er vor allem das aktive Personal. Als Vertreter des unter der Woche beruflich verhinderten Trainers Oliver Seibert betonte er bei der obligatorischen Besprechung: „Wir trainieren gut, der Trainer stellt die Mannschaft gut ein und die Jungs werden in Kapellen rundum perfekt betreut, müssen sich um nichts kümmern.“ Auch der Zusammenhalt innerhalb der Truppe sei vorbildlich: „Als sich die Spieler nach dem Training als komplette Gruppe zusammengesetzt haben, waren selbst die Verletzten dabei.“ Die Leichtigkeit der erfolgreichen Wochen zurückzugewinnen, dürfte aber auch im Match beim VfB Solingen nicht leicht fallen. Ferber kennt die seit vier Partien sieglosen Gastgeber, die in Kilian Lammers auch einen ehemaligen Kapellener beschäftigen, gut. „Das ist eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft.“ Aus der sticht mit bislang elf Treffern nur der Italiener Vincenzo Lorefice heraus. Der SCK muss die Ausfälle von Lennart Ingmann, Stephan Wanneck (beide gesperrt) und Manu Ioannidis (verletzt) verkraften.

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