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Nach dem Krieg hatte Fußball auch in Nievenheim einen schweren Stand

100 Jahre VdS Nievenheim : „Unfug“ von den britischen Inseln

Nach dem 1. Weltkrieg hatte der Fußball auch in Nievenheim einen schweren Stand.

Der nach dem 1. Weltkrieg von englischen Besatzungssoldaten in die damals noch eigenständige Gemeinde Nievenheim gebrachte Football begeisterte zunächst vor allem den Nachwuchs im landwirtschaftlich geprägten Dorf. Das Ergebnis der ersten, 1919 ausgetragenen Partie ist ebenso unbekannt wie der Gegner, dokumentiert ist indes die Front der Eltern, Lehrer und Pfarrer gegen den „Unfug“ von den britischen Inseln.

So teilte Amtsbürgermeister Johannes Rahmen am 23. November 1927 Pfarrer Wilhelm Knor schriftlich und „ergebenst mit, „dass ich gerne bereit bin, dem Vorsitzenden des hiesigen Fußballklubs nahe zu legen, die abzuhaltenden Fußballspiele nach Möglichkeit so zu legen, dass die Nachmittagsandacht keine Störung erleidet. Ebenso werde ich den Spielplatz durch den Polizeibeamten während der Spiele zeitweise begehen lassen, um etwaigen groben Unfug durch schulpflichtige Kinder zu steuern.“ Der am 25. August 1959 nach 32 Dienstjahren an St. Pankratius mit 84 Jahren verstorbene Pfarrer Knor ist vielen Nievenheimern in guter Erinnerung geblieben. Der energische, eigenwillige und mitunter auch schwierige Priester prägte die Geschicke der Gemeinde, die in den 1920er-Jahren mit Delrath und Ückerath auf 2340 Einwohner kam, ganz maßgeblich, fungierte nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 sogar als Bürgermeister Vereinschronist. Gregor Schwermer weiß, dass er Veränderungen auch schon mal „mit Haken und Ösen und nicht immer im absoluten Einklang mit den Baubehörden“ durchzusetzen wusste. Unter anderem stellte er der Sportjugend im Ort Kirchenland zur Verfügung für einen großzügigen Sportplatz, der das alte, wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Kirche als störend empfundene alte Quartier am heutigen Gnadenthaler Weg ablöste.

Das seit 1927 genutzte Areal des Pastoratswäldchens ist bis heute die sportliche Heimat des VdS Nievenheim geblieben. Doch das ist nun wieder eine ganz andere Geschichte ...