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Ringen: Nach Debakel bei WM wartet der Liga-Alltag

Ringen : Nach Debakel bei WM wartet der Liga-Alltag

Wenig Zeit, nach der enttäuschend verlaufenen Weltmeisterschaft in Istanbul ihre Wunden zu lecken, bleibt den deutschen Ringern: Schon morgen steht der vierte Bundesliga-Kampftag im Kalender.

Der KSK Konkordia Neuss muss beim TSV Musberg (19.30 Uhr, Hauberghalle in Leinfelden-Echterdingen) antreten — und trifft dabei auf den einzigen Vertreter des Deutschen Ringerbundes (DRB), der bereits für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert ist: Frank Stäbler belegte in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil Platz fünf und löste damit die Fahrkarte nach London.

Alle anderen deutschen Ringer und Ringerinnen, unter ihnen auch die Neusserin Lisa Hug, schieden spätestens im Achtelfinale aus. Das hat nicht nur DRB-Präsident Manfred Werner — er fordert für die Klausurtagung mit den Bundestrainern in der kommenden Woche Konsequenzen — nachdenklich gemacht, sondern auch Hermann J. Kahlenberg: "Jetzt wird es unheimlich schwer, überhaupt noch Kämpfer nach London zu bekommen", glaubt der Präsident des KSK Konkordia. Denn in jeder Gewichtsklasse stehen ohnehin nur 20 Startplätze (bei den Frauen 18) zur Verfügung. Sechs sind an die sechs Erstplatzierten von Istanbul vergeben, die restlichen 14 werden bei drei Qualifikationsturnieren im Frühjahr ausgerungen. Bei den vier Kontinentalausscheidungen — die für Europa findet vom 18. bis 22. April im bulgarischen Varna statt — qualifizieren sich die beiden Finalisten, bei den anschließenden beiden Weltturnieren im chinesischen Peyuan (25. bis 29. April) und in Helsinki (2. bis 6. Mai) jeweils die ersten Drei jeder Kategorie.

Ob Samet Dülger überhaupt eine Chance hat, an einem dieser Turniere teilzunehmen, "vermag ich nicht zu sagen", meint Kahlenberg mit Blick auf das Aushängeschild des KSK, den zweifachen Deutschen Meister in der Klasse bis 66 Kilogramm Freistil. Das hängt im Wesentlichen davon ab, ob Bundestrainer Alexander Leipold weiter auf den bei der WM im Achtelfinale am Usbeken Ikhtyor Navruzov gescheiterten Saba Bolaghi (Mömbris) oder auf den Neusser vertraut.

Da sind erfolgreiche Auftritte in der Bundesliga sicher nicht das schlechteste. In Musberg bekommt es Dülger mit dem starken Rumänen Adrian Moise zu tun. Dabei soll er mithelfen, die nötigen Siegpunkte für die Gäste einzufahren: "Wir wollen da gewinnen, um uns für die beiden folgenden Knüllerkämpfe zu empfehlen", sagt Kahlenberg. Denn da kommen der KSV Köllerbach (1. Oktober) und der SV Weingarten (3. Oktober) in die Stadionhalle. Deshalb, so der KSK-Präsident, "reisen wir mit stärkstmöglicher Besetzung nach Musberg" — WM-Frust hin oder her.

(NGZ)