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MSC Grevebroich als Ausrichter in Notsituation überzeugend

Motorsport : MSC überzeugt in Notsituation

Das ADAC MX Masters drohte auszufallen, doch das ließen die Grevenbroicher nicht zu. Als mehrere potenzielle Ausrichter wegen der Corona-Pandemie absagten, sprang der MSC ein. Der Franzose Jordi Tixier holte sich den Sieg in der Tageswertung.

Der Start ins spektakuläre Motocross-Wochenende auf der Königshovener Höhe war alles andere als optimal. Schließlich brannte ein Truck des Rennstalls „KMP Honda Racing“ auf dem Weg zum ADAC MX Masters in Grevenbroich komplett aus, wobei laut Rennstall ein Gesamtschaden im deutlich sechsstelligen Bereich entstand. Doch von diesem Schock ließ sich Ausrichter MSC Grevenbroich nicht negativ beeinflussen. Bei sehr guten äußeren Bedingungen präsentierte er sich bei der Premiere der hochkarätigen Rennserie in der Schlossstadt als perfekter Gastgeber, der viel Lob einheimste. Im mit zahlreichen WM-Fahrern gespickten Starterfeld kam der Franzose Jordi Tixier am besten zurecht, denn er holte sich den Gesamtsieg. Der MSC durfte sich auch über ordentliche Leistungen seiner Starter freuen.

„Es hat richtig Spaß gemacht, diese Veranstaltung zu organisieren. Und die Teamarbeit hier im Club war super und hat uns in diesem schwierigen Jahr enger zusammengebracht. Ein ganz besonderer Dank gilt allen Mitgliedern und natürlich auch dem ADAC“, sagte Michael Goespath, Vorsitzender des MSC. Der Automobilclub hatte angesichts der Absagen etlicher potenzieller Veranstalter in der Corona-Pandemie lange überlegt, ob die nach der Weltmeisterschaft hochkarätigste Rennserie überhaupt stattfinden soll. Doch dann packte der MSC diese Chance beim Schopfe, um die Veranstaltung auf sein Gelände zu holen. Zusammen mit dem zweiten Masters-Teil am Wochenende 3./4. Oktober in Tensfeld (Schleswig-Holstein) konnte so in Krisenzeiten für die Fahrer zumindest eine Kurzsaison auf die Beine gestellt werden.

Das Problem bei der Sache für den MSC: Ihm blieben nur acht Wochen Vorbereitungszeit für eine Veranstaltung, die normalerweise mehrere Monate Vorlauf benötigt. „Umso engagierter zeigte sich der Verein mit seinen motivierten Mitgliedern und präsentierte dem ADAC und den angereisten Piloten aus ganz Europa beste Voraussetzungen“, meinte MSC-Pressewart Günter Becker. Auch beim ADAC blieb die gute Arbeit natürlich nicht unbemerkt. So stellte Projektleiter Dieter Porsch beim neuen Ausrichter insbesondere die gute Organisation in kurzer Zeit auf ehrenamtlicher Basis heraus. Und seine Kollegin Katrin Wustmann ergänzte: „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und können uns sehr gut vorstellen, auch weitere Veranstaltungen hier durchzuführen.“

Der Franzose Jordi Tixier feierte bei den ADAC MX Masters in Grevenbroich den Sieg. Foto: MSC Foto: MSC Grevenbroich

In bester Erinnerung wird auch der Franzose Jordi Tixier die Königshovener Höhe behalten, denn der Weltmeister von 2014 (250ccm) fuhr auf dem Weg zum Gesamtsieg schon in den einzelnen Wertungsläufen exzellente Ergebnisse heraus. Mit zwei Laufsiegen und einem dritten Platz ließ er die Konkurrenz mit seiner sauberen und sehenswerten Fahrtechnik auf der anspruchsvollen Sandstrecke hinter sich. „Die Strecke war konditionell und fahrtechnisch anspruchsvoll, aber gut vorbereitet. Ich bin voll happy mit dem Wochenende und möchte in zwei Wochen in Tensfeld die Meisterschaft gewinnen“, ließ Tixier wissen. Mit drei zweiten Plätzen belegte der Belgier Brent van Doninck den zweiten Platz der Tageswertung vor dem drittplatzierten Esten Harri Kullas, der den dritten Wertungslauf gewann. Der beste deutsche Vertreter war als Vierter Henry Jacobi aus Bad Sulza (Thüringen), der ebenfalls ein permanenter WM-Starter ist.

Auch drei Fahrer der vielen MSC-Talente stellten sich dem hochwertigen Fahrerfeld. Am besten schlug sich Gianluca Ecca. Der aktuelle Deutscher Meister der Klasse 250ccm ließ als Achter im Qualifying aufhorchen, blieb dann auf dem 22. Platz in der Tageswertung aber hinter seinen Erwartungen. „Ich wollte punkten, das ist mir geglückt. Aber das Wochenende lief nicht optimal“, meinte Ecca und ergänzte: „Ich hatte wegen einer Verletzung vor einigen Wochen doch konditionell hart zu kämpfen. Mit nun noch zwei Wochen Vorbereitung für Tensfeld rechne ich mir ein besseres Ergebnis aus.“ Sein Vereinskollege Vincent Gallwitz belegte den 24. Platz und ergatterte noch drei Punkte. Der dritte MSC-Vertreter Paul Ullrich war sichtlich glücklich über die Qualifikation für die Hauptrennen im „Last Chance-Rennen“ und zeigte eine kämpferische tolle Leistung, blieb aber in den drei Wertungsrennen ohne Punkte.