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Korschenbroich: "Mrs. Fab" rockt im Festzelt

Korschenbroich : "Mrs. Fab" rockt im Festzelt

Zum fünften Mal heizt die Band "Mrs. Fab" am Samstag den Schützen im Festzelt ein. Im siebten Monat ist Frontfrau Simone Weyermanns schwanger. Sie freut sich auf den Auftritt: Unges Pengste sei kein Fest wie jedes andere.

Ebenso ungern wie Fußballer über verschossene Elfmeter sprechen Musiker über Lampenfieber. Die Psyche ist ein fragiles Gut — das wissen Sportler wie Künstler. Vor Hunderten Schützen wird Simone Weyermanns Samstagabend mit ihrer Band Mrs. Fab im Festzelt auf der Bühne stehen. Doch nervös klingt die Sängerin nicht. Im Gegenteil. "Andere Leute entspannen beim Golfen oder Segeln. Ich kann dafür auf der Bühne komplett abschalten", verrät die Frontfrau. "Wenn das Konzert zu Ende ist, sind meine Akkus komplett aufgeladen."

"Es pilgern alle zu Unges Pengste"

Doch ein Fest wie jedes andere ist Unges Pengste nicht. Das weiß auch ein Routinier wie Weyermanns, die noch dazu im siebten Monat schwanger ist. "Der Adrenalinspiegel ist bei Unges Pengste schon ein bisschen höher als sonst", sagt die 41-Jährige. Seit 1998 gibt es die Band, zunächst tourten die sechs Musiker unter dem Namen "Mrs. Bean" durch die Region. Bis der englische Komiker Rowan Atkinson ("Mr. Bean") vor zwei Jahren aus marken- und wettbewerbsrechtlichen Gründen mit einer Klage drohte. Seitdem nennen sich die Musiker schlicht "Mrs. Fab". "Zunächst fanden wir das Schreiben der Anwälte von Atkinson eher lustig, bis wir dann die finanziellen Dimensionen registrierten", erinnert sich Weyermanns.

Bereits zum fünften Mal treten sie und ihre Kollegen vor das Unges- Pengste-Publikum. Mit Rock- und Pop-Songs wollen sie von 20 bis 1 Uhr einheizen. Darunter moderne Hits wie das neue Lied der Toten Hosen "Tage wie diese" oder "Firework" von Katy Perry. "Aber natürlich werden wir auch Klassiker spielen, zum Beispiel Jump von van Halen", kündigt Weyermanns an.

Von Beruf ist die Sängerin Buchhalterin. ("Wir haben eigentlich alle total normale Jobs.") Erst mit 26 Jahren begann sie, regelmäßig Gesangsunterricht zu nehmen. "Beim Singen ist es eigentlich wie mit allem", erzählt die gebürtige Giesenkirchenerin. "Ohne Talent geht es nicht, aber Übung ist weitaus entscheidender." Bisher war sie nur einmal heiser nach einem Konzert. Damals litt sie unter einer Kehlkopfentzündung, die sie zu Beginn zu leicht genommen hatte. "Ansonsten", sagt Weyermanns, "hatte ich noch nie größere Probleme."

Doch was ist es, das Unges Pengste zu einem besonderen Fest macht? "Es ist mit die beste Veranstaltung von der Publikumsresonanz her. Es pilgern alle dort hin, die über Pfingsten nicht verreist sind", erklärt Simone Weyermanns. Lampenfieber, so scheint es, beschert der Sängerin allerdings auch dieses Wissen nicht.

(NGZ)