Lokalsport : "Möglichst bald Klarheit"

Viel Zeit, seinen fünfzigsten Geburtstag zu feiern, blieb Kai Wandschneider nicht in dieser Woche: Ein kleiner Empfang am Montagmittag im Zuschauertreff des TSV-Sportcenters, das war's. Am Abend stand dann schon wieder ganz normales Training auf dem Programm, schließlich warten auf den TSV zwei wichtige Spiele innerhalb der nächsten vier Tage: Am Donnerstag beim Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf, am Dienstag gegen Altmeister VfL Gummersbach. Die NGZ sprach mit dem Dormagener Trainer über die aktuellen Voraussetzungen.

Herr Wandschneider, hat Ihnen der Verein ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht?

Kai Wandschneider Natürlich, die Ankündigung, dass der Spielbetrieb bis Saisonende gesichert ist, hat natürlich auch beim mir für Erleichterung gesorgt. Es hätte durchaus schlimmer kommen können.

Die Zukunft über den 30. Juni hinaus ist hingegen vollkommen offen. Bereitet Ihnen das Sorgen?

Wandschneider Klar, schließlich ist Handballtrainer mein Beruf und den würde ich gerne weiter, am liebsten in Dormagen ausüben. Wir haben hier so viel erreicht in den letzten Jahren, da wäre es jammerschade, wenn es zu Ende ginge.

Mit einem Sieg in Hannover könnte die Mannschaft ordentlich Rückenwind für die Planungen geben.

Wandschneider Das ist richtig, und ich sehe auch gute Chancen für uns, denn Hannover steht viel mehr unter Druck als wir. Aber diese Chance haben wir nur, wenn wir uns ganz auf das Spiel fokussieren.

Haben Sie Angst, dass die aktuellen Ereignisse die Mannschaft in dieser Hinsicht beeinflussen könnten?

Wandschneider Sicher, das ist doch normal. Seit Montag werden von morgens bis abends Gespräche geführt, die Spieler reden mit dem Verein, die Spieler reden mit ihren Beratern, die Spieler reden untereinander. Das bleibt doch nicht aus, dass sich so etwas auswirkt. Wir hatten ja ähnliche Abläufe vor den Spielen in Nettelstedt und gegen Balingen — erst war es der Wechsel im Vereinsvorsitz, dann die Gerüchte um eine Insolvenz. Die Ergebnisse sind ja bekannt. Deshalb war der Zeitpunkt, an dem der Verein an Spieler und Öffentlichkeit gegangen ist, etwas unglücklich. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten die beiden nächsten Spiele abwarten können, aber das ging nicht.

Wahrscheinlich nicht, weil der TSV unter Zeitdruck geraten ist, was die mögliche Gründung einer GmbH anbelangt.

Wandschneider So wird es sein. Ich wünsche mir, dass möglichst schnell Klarheit herrscht und wir uns auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren können. Der wird nämlich schwer genug.

Glauben Sie, dass alle Ihre Spieler einer vorzeitigen Kündigung ihrer Verträge zustimmen werden?

Wandschneider Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe es, denn das ist unsere einzige Chance, dass es hier weitergeht.

Volker Koch führte das Gespräch

(RP)