Mitgliederversammlung des Tenniskreises Neuss

Tennis : Tennis hat die Talsohle durchschritten

Tenniskreis Neuss verzeichnet Anstieg der Mitgliederzahlen. Helmut Keck bleibt noch ein Jahr im Amt.

Werner Kock hat das Zeug zum Vorbild. Nicht nur, weil er seit Gründung der Tennisabteilung innerhalb der Sportgemeinschaft (SG) Zons im Jahre 1983 deren Abteilungsvorstand angehört, weshalb er am Montagabend die Ehrengabe des Tenniskreises Neuss erhielt.

Sondern auch, weil sich an ihm und seinen Vorstandskollegen andere Vereine durchaus ein Beispiel nehmen könnten. Findet zumindest Helmut Keck. „Die Zonser leisten tolle Arbeit,“ sagt der Kreisvorsitzende und kann das mit Zahlen untermauern: Als Werner Kock 2006 die Leitung der Abteilung übernahm, hatte die gerade noch 95 Mitglieder. Heute sind es 230. Darunter, was Helmut Keck besonders imponiert, „mehr als 40 Kinder unter acht Jahren. So etwas nenne ich konsequente Nachwuchsarbeit.“ Die könnte, findet der Kreisvorsitzende, der gesamten Sportart gut tun. Wobei die Talsohle sinkender Attraktivität und sinkender Mitgliederzahlen inzwischen durchschritten ist. Der Tenniskreis Neuss besteht weiterhin aus 34 Vereinen mit rund 8000 Mitgliedern. „Tendenz leicht steigend“, sagt der Vorsitzende, der erfreut feststellt, dass auch der Tennisverband Niederrhein „erstmals seit langer Zeit wieder Zuwachsraten aufweist, was die Mitgliederzahlen angeht.“

Das schlägt sich auch in der Medensaison nieder. Gut 250 Mannschaften aller Altersklassen nehmen am 4./5. Mai im Tenniskreis Neuss (nicht identisch mit dem Rhein-Kreis) den Spielbetrieb auf. Sie tun das wie bisher in einer auf die Monate Mai, Juni und Juli komprimierten Saison.

Das Experiment, einige Spieltage erst im September auszutragen, sieht Keck als gescheitert an: „Die Bezirke, die das im vergangenen Jahr ausprobiert haben, sind nach einer Mitgliederbefragung wieder zur bisherigen Form zurückgekehrt,“ sagt der Kreisvorsitzende und freut sich über die Weitsicht, „dass wir vor einer möglichen Änderung erst einmal abgewartet haben, welche Erfahrungen die anderen machen.“ Vor dem ersten Medenspieltag läuft bereits die vom DTB initiierte Aktion „Deutschland spielt Tennis“, an der sich vom 19. April bis 19. Mai eine ganze Reihe von Kreisvereinen beteiligen werden.

Trotz so viel positiver Signale hielt Keck am Montagabend an seinem Vorhaben fest, sich nur noch für eine auf ein Jahr verkürzte Amtszeit zur Wahl zu stellen. „Die Vereine sind jetzt offiziell informiert, dass wir bis zur nächsten Mitgliederversammlung einen Nachfolger finden müssen,“ sagt der 70-Jährige, der seit 18 Jahren Vorsitzender ist und dem Vorstand seit Gründung des Tenniskreises im Jahre 1983 angehört. Unter der Versammlungsleitung von Frank Nordmann, dem Vorsitzenden des gastgebenden TC Weckhoven, wurden neben Helmut Keck auch die 2. Vorsitzende Christa Petrikowski, Sportwart Ingo Parsch und Breitensportwart Karl-Heinz Hüttler einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig erfolgte die Wahl von Henning Pauwels zum neuen Beisitzer.

„Wir sind gut aufgestellt,“ sagt Keck und meint damit nicht nur den Kreisvorstand, sondern den Tennissport insgesamt im Rhein-Kreis.

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