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Mit zwei Heimspielen startet die TG Neuss in 2. Basketball-Bundesliga

Basketball : Tigers stricken an neuer Erfolgsgeschichte

Gleich mit zwei Heimspielen startet die TG Neuss in ihre zehnte Saison in der 2. Basketball-Bundesliga der Frauen. Am Donnerstag (Anpfiff 16 Uhr) empfangen die Tigers die Krofdorf Knights in der Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße. Und am Sonntag (16 Uhr) geht es an gleicher Stelle gegen die Bender Baskets Grünberg.

Eigentlich wissen die TG Neuss Tigers ja genau, wie das in der 2. Basketball-Bundesliga Nord zu funktionieren hat. Immerhin hatten Jana Heinrich & Co. die vergangene, eher verkorkste Saison unter Interimstrainerin Angela Krings (die Abteilungsleiterin sprang für Antoine Braibant ein) noch mit fünf Siegen in Folge abgeschlossen.

In etwa so stellt sich das auch John F. Bruhnke vor, schließlich soll der neue Coach die unter Janina Pils mit drei Halbfinalteilnahmen in Folge initiierte Erfolgsgeschichte fortschreiben. Einfach wird das nicht, denn die auf zehn Teams geschrumpfte Liga duldet in dieser Saison keine Schwachheiten.  Von vornherein chancenlose Konkurrenten wie den gemeinsam mit den Falcons Bad Homburg wieder in die Süd-Gruppe verfrachteten ASC Theresianum Mainz gibt es nicht mehr. Bestes Beispiel für diese neue Stärke ist Alba Berlin: Die talentierte, aber eben auch extrem junge Truppe gönnt sich in ihrem zweiten Jahr im Bundesliga-Unterhaus in Erika Livermore erstmals einen Profi aus Übersee. Die 1,85 Meter große US-Amerikanerin mit abgeschlossenem Studium an der Fairleigh Dickinson University (für deren Basketball-Team legte sie in ihrem letzten College-Jahr  im Schnitt 18,5 Punkte, 10 Rebounds und 2,3 Blocks auf) stand zuletzt in Australien und in der 2. Liga Spaniens unter Vertrag.  Am überraschend deutlichen 72:48-Sieg im DBBL-Pokal über den in Sachen Aufstieg ebenfalls wieder hochgehandelten Ligakonkurrent MSP Bergische Löwen war die 26-Jährige mit 23 Punkten und neun Rebounds beteiligt.

John F. Bruhnke weiß, dass die Damen-Abteilung unter dem Dach von Alba Berlin (bei den Herren acht Mal Deutscher Meister) mittelfristig den Aufstieg ins Oberhaus anstrebt.  ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi bestätigt das: „Wir werden den Frauenbasketball in Zukunft noch stärker pushen und sichtbar machen.“ Play-off-Kandidaten sollten zudem die beiden Erstliga-Absteiger sein: Die ChemCats Chemnitz, deren Kader in den Vorjahren zumeist mit bis zu sieben ausländischen Profispielerinnen bestückt war, haben sich (offiziell) zwar ebenso wie Eintracht Braunschweig (als LionPride soll um fünf Jugend-Nationalspielerinnen herum ein neues Team entstehen, das in absehbarer Zukunft in Liga eins die Play-offs erreichen kann) einen Neuaufbau mit vorwiegend jungen Kräften verordnet, doch beide Teams können wohl für einen Platz in den Top 5 gebucht werden. Dazu rechnet der Neusser Trainer auch mit den Hurricanes aus Rotenburg, „von deren Qualitäten wir uns ja am Samstag im Pokal selbst überzeugen konnten.“

Der Frust der 62:64-Niederlage auf den wirklich allerletzten Drücker (Pia Mankertz tippte den Ball mit der Schlusssirene in den Korb) ist inzwischen der Zuversicht gewichen, alles Mögliche für einen guten Start in die Saison getan zu haben. Die Vorbereitung auf das Match gegen Krofdorf fiel indes nicht leicht, denn aussagekräftiges Videomaterial ist in der 2. Liga vor dem ersten Meisterschaftsspiel rar. Natürlich wissen die Tigers, dass Knights-Trainer Uwe Scheidemann traditionell auf eine eher kleine, aber schlagkräftige Rotation baut. Die im Vorjahr so dominante Leslie Robinson, Nichte von Michelle und Barack Obama, ist wie Chelsea Small und Ellie Shaxon nicht mehr dabei. Dafür kamen bei der 56:74-Pokalniederlage gegen Göttingen in Darien Huff, Tykyrah Williams (beide USA), Morgana Sohn (Braunschweig) und Dana Gohlke vier Neue zum Einsatz. Der Kader besteht nur aus neun Akteurinnen, trotzdem wollen die Knights unter die ersten Fünf und damit in die Play-offs einziehen.

Der Modus für die Saison 2019/20: Für jede der zehn Mannschaften in der Nord-Gruppe der 2. Liga stehen bis zum 15. März in Hin- und Rückrunde insgesamt 18 Spiele auf dem Programm. Im Anschluss daran bestreiten die Team auf den Plätzen eins bis fünf eine Meister- und die Mannschaften auf den Plätzen sechs bis zehn eine Relegationsrunde – wieder mit Hin- und Rückrunde, was pro Mannschaft weitere acht Partien ergibt. Ergebnisse und Punkte der regulären Saison werden übernommen. Die besten Teams der Meisterrunde spielen dann im Überkreuzvergleich (1. Nord - 2. Süd; 2. Nord - 1. Süd) um zwei Aufstiegsplätze. Die beiden schlechtesten Teams der Relegationsrunde steigen ab.