Auf dem Bauernhof sind 38 Milchziegen eine tragende Säule: Mit Ziegen auf Allergie reagiert

Auf dem Bauernhof sind 38 Milchziegen eine tragende Säule : Mit Ziegen auf Allergie reagiert

Von Ruth Wiedner

Von Ruth Wiedner

Mittlerweile hat sich der Ziegenhof am Kommerweg 11 längst einen klangvollen Namen weit über die Kreisgrenzen hinaus gemacht. Dabei haben Christiane Nilgen-Schmitz und Klemens Schmitz nie ernsthaft über eine Ziegenhaltung nachgedacht. Bis vor zwei Jahren hatten sie mit Ziegen noch nicht viel am Hut: Christiane Nilgen-Schmitz und Ehemann Klemens. Mittlerweile hat sich die Ziegenhaltung zu einer tragenden Säule ihres Betriebes in Rubbelrath entwickelt. NGZ-FotO: M. Reuter

"Wir kommen beide aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und haben uns dann auch irgendwann für die Landwirtschaft und damit für einen Vollerwerbsbetrieb entschieden", erklärt die 36-Jährige überzeugend. Sie wohnt und arbeitet mit ihrem Mann Klemens auf dem elterlichen Hof von Käthe und Kurt Nilgen, die auch heute noch kräftig zupacken. Während in Rubbelrath Ackerbau und Speisekartoffeln die Schwerpunkte bilden, unterstützt Klemens seine Eltern Heinrich und Elisabeth Schmitz auf dem Hof in Schlich.

Dort wollen täglich zudem noch 30 Milchkühe von ihm versorgt und gemolken werden. "Nein. Ziegen, waren für uns nie wirklich ein Thema", versichert der 36-Jährige. Seit mittlerweile zwei Jahren bestimmen die meckernden Vierbeiner allerdings den Alltag des Landwirtes. Mehr noch: Die Entscheidung, vor etwa vier Jahren zwei Ziegen zu kaufen, haben den Arbeitsalltag auf dem Rubbelrather Hof grundlegend verändert. Mittlerweile hat sich die Ziegenaufzucht und der damit verbundene Verkauf von Ziegenmilch und Ziegenkäste zu einer tragenden Säule des landwirtschaftlichen Betriebes entwickelt. Den Ausschlag für die betriebliche Veränderung gab der heute fünfjährige Sohn Jonas.

Bei ihm wurde im Alter von neun Monaten eine Kuhmilchallergie diagnostiziert. "Das war für uns ein großer Schock", erinnert sich Christiane Nilgen-Schmitz. Die besorgte Mutter folgte dann auch dem Rat des Kinderarztes, "Jonas sollte für die Zeit von einem Jahr auf Kuhmilch und auch die damit angereicherten Produkte verzichten. An den generellen Verzicht war die Hoffnung geknüpft, die Allergie zu überwinden." Mit dem Kauf von zwei Ziegen wollten die jungen Eltern ihrem Sohn etwas Gutes tun, ohne zu ahnen, dass dies bereits die Geburtsstunde für ihren Ziegenhof wurde. Klemens Schmitz machte sich zunächst bei der Lehr- und Versuchsanstalt der Landwirtschaftskammer zum Thema Ziegenhaltung schlau.

"Das ganze hat sich dann einfach so entwickelt", erinnert sich Christiane Nilgen-Schmitz an die Anfänge. Aus dem täglichen Angebot frischer Ziegenmilch wurde schnell mehr: "Unsere Kunden im Hofladen haben immer wieder nach Ziegenkäse gefragt." Mit der Nachfrage stieg auch die Zahl der Ziegen am Kommerweg von zwei auf vier, auf acht Tiere. Heute zählen die Ziegenbauern 38 Milch- und 40 Jungziegen. Jonas (5) hat zwischenzeitlich keine Kuhmilch-Allergie mehr aber er steht wie sein Bruder Peter (3) nur auf Ziegenprodukte. Nach einem aufwendigen Umbau mit Unterstützung von Kreisveterinär Dr. Gerhard Fischer und einigen Lehrgängen startete das Ehepaar mit der Käseproduktion im Frühjahr 2003 voll durch.

"Der Start war ernüchternd, die Käseproduktion ist schließlich sehr arbeitsintensiv und unsere Erfahrungen waren gleich Null", gibt die 36-Jährige zu. Doch nach zwei Jahren Erfahrung gehören die schlaflosen Nächte längst der Vergangenheit an. Der Ziegenhof in Rubbelrath mit seiner Frischmilch- und Käseproduktion hat sich längst etabliert. Die Kunden reisen aus der ganzen Region an und auch die umliegenden Gaststätten- und Restaurant-Betreiber gehören längst zu ihren Stammkunden. Dass die Ziegen, die allesamt mit der Flasche groß gezogen werden, zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden sind, können Christiane und Klemens Schmitz nun nicht mehr leugnen.

(NGZ)
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