Mit neuen Spielern startet Hockey-Zweitligist SW Neuss in die Saison. 

Hockey : HTC setzt auf Bewährtes und viel Neues

Mit sechs neuen Spielern startet Hockey-Zweitligist Schwarz-Weiß Neuss am Samstag im Jahnstadion in die Saison.

Am Samstag (Anpfiff ist um 17 Uhr) startet der HTC Schwarz-Weiß Neuss mit dem Heimspiel gegen den Aufsteiger Klipper THC Hamburg in eine Saison, vor der der Hockey-Zweitligist kräftig an seinem Kader gewerkelt hat. „Mit Erfolg“, findet der im Jahnstadion als Trainer und Sportlicher Leiter unter Vertrag stehende Matthias Gräber: „Ich hatte viele Namen auf dem Zettel stehen und eine Menge Arbeit. Aber das war die beste Transferperiode, die wir hier seit langem hatten.“

Jung und talentiert. Besonders stolz ist Gräber auf ein neues Quartett, in dem kein Mitglied älter als 20 Jahre ist. Sogar erst 16 ist der nach einem Jahr in Neuseeland an den Rhein zurückgekehrte Marius Müller. „Ein schneller Verteidiger, der richtig Alarm machen kann“, sagt sein Trainer. Die gute Ausbildung in der Nachwuchsabteilung des Düsseldorfer HC bringt Samir Khelil (Jahrgang 2000) mit nach Neuss. Der 1,95 Meter große Stürmer hat es Gräber schwer angetan: „Wenn der erstmal Tempo aufgenommen hat, ist er mit seinen langen Gräten nicht mehr aufzuhalten.“ Als Rohdiamanten bezeichnet er den zuletzt in der Regionalliga bei der ETG Wuppertal tätigen Tim Hagedorn (2000). „Er ist technisch schon ganz gut, aus dem kann man richtig was machen. Clever vor dem Tor ist er schon jetzt.“ Filip Podzorsky (1999) trägt einen großen Namen. Sein Vater Karol Podzorsky war zu seiner besten Zeit Top-Torjäger des Rheydter SV in 1. und 2. Liga. „Ein cleveres Kerlchen“, erinnert sich Gräber schmunzelnd. Der Filius ist ruhiger, aber bissig, könne sich jedoch noch ein wenig mehr zutrauen, findet Gräber. In der vergangenen Saison lief Podzorsky mit Kahlenberg gegen Neuss auf und erzielte dabei einen Treffer.

Kanadier mit indischen Wurzeln. Die Neuverpflichtungen Nummer fünf und sechs sind Kumpel, waren gemeinsam in Montreal am Ball: Harbir Singh (1999) und Vikram Sandhu (1996) sind bereits seit dem 18. August in Deutschland, absolvieren hier ein Fernstudium und fanden über einen mit Gräber befreundeten Kollegen den Weg nach Neuss. Sie gehören zum Stamm der kanadischen A-Nationalmannschaft und verstärken ihr neues Team in der 2. Bundesliga auf Anhieb. „Die kannst du schon bringen“, sagt Gräber. „Sie geben mächtig Gas, müssen aber noch ein wenig an ihrer Fitness arbeiten.“

Überraschender Abgang. Verzichten müssen die Schwarz-Weißen auf Tomasz Górny. Der ehemalige polnische Auswahlspieler hat sich auf den letzten Drücker noch dem Liga-Rivalen DSD Düsseldorf angeschlossen. „Der besseren Perspektive wegen“, teilte er Gräber mit. Eine Begründung, die sein nun ehemaliger Coach freilich nicht nachzuvollziehen mag. „Ich war schon sehr perplex, als er damit rüberkam, immerhin waren wir in den letzten drei Jahren zweimal Zweiter und einmal Dritter.“ Auch menschlich zeigte sich Gräber enttäuscht, „denn als Tomek für sieben, acht Monate verletzt ausgefallen ist, haben wir uns sehr um ihn bemüht.“

Wohl verzockt. Wie Felix Degen, der seine Hockey-Karriere aus beruflichen Gründen beendet hat, trägt auch Sibtain Raza nicht mehr das Trikot des HTC. Der Pass des pakistanischen Stürmers liegt jetzt beim Gladbacher HTC. Der Last-Minute-Abgang zahlte sich für ihn indes nicht aus. „Der GHTC hat ihn dann nämlich doch nicht verpflichtet, womit er in Deutschland in dieser Saison weder in der Ersten noch in der Zweiten Bundesliga auflaufen darf“, weiß Gräber.

Erfahrung zählt. Auch mit 35 Jahren ist Sebastian Draguhn immer noch Spitze. Der Ex-Weltmeister war in der abgelaufenen Saison mit 35 Treffern bester Torschütze der 2. Bundesliga Nord und steht wie kein Zweiter für den Neusser Hockey-Sport. Alle im und rund ums Jahnstadion sind froh, dass der zweifache Vater auch schon für die Halle zugesagt hat. Gleiches gilt für die letzten verbliebenen Routiniers – allen voran der fast auf jeder Position wertvolle Ivo Otto und Abbas Haider.

Arbeit am Kader geht weiter. Mit Jacek Kurowski war sich Gräber über den Verbleib in Neuss schnell einig. Der polnische Nationalspieler steht seinem Verein in dieser Saison sogar exklusiv zur Verfügung, da bis zum Jahresende keine Maßnahmen seines Heimatverbandes mehr auf dem Programm stehen. Darüber hinaus stellt der Coach in seiner Funktion als Sportlicher Leiter weitere spielstarke Zugänge in Aussicht: „Die Zusagen der Spieler liegen vor. Sie kommen spätestens zur Rückrunde im April, vielleicht sogar schon für die Hallensaison.“

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