Sportlerwahl : Mit Hemmerden aufsteigen

Sportlerin des Monats Januar: Nachdem Stefanie Delissen voriges Jahr schon mal den Sprung in eine Vorschlagsliste geschafft hatte, aber nicht genug Stimmen bekam, setzte sich die Fußballerin jetzt klar durch.

Hemmerden Aus Fehlern zu lernen, ist eine Stärke. Und die Menschen aus dem Umfeld von Stefanie Delissen haben offenbar viel dazu gelernt. Denn während die Fußballerin vom Niederrheinligisten SV Hemmerden im vergangenen Jahr trotz Nominierung am Ende nicht genug Stimmen erhielt, setzte sie sich bei der Wahl zum NGZ-Sportler des Monats Januar mit deutlichem Vorsprung durch.

"Als ich gesehen habe, dass die Konkurrenz ihren Sport teilweise auf WM-Niveau betreibt, habe ich mir keine Chancen ausgerechnet", erklärt Delissen und fügt voller Überzeugung hinzu: "Umso schöner, dass es dann doch geklappt hat." Ihre Leistungen für Hemmerden bei den Kreishallenmeisterschaften und beim FVN-Hallenmasters standen bei den NGZ-Lesern hoch im Kurs, wobei etliche Stimmen auch aus dem beruflichen Umfeld gekommen sein dürften. Die 34-Jährige arbeitet als Polizistin in Dormagen und als der Sportbeauftragte der Kreispolizeibehörde von der Nominierung Wind bekam, stellte er das als Nachricht auf die Internetseite — verbunden mit der Bitte, für Delissen zu stimmen. Auch der SV Hemmerden legte sich für seine torgefährliche Mittelfeldspielerin ins Zeug, per E-Mail wurde kräftig die Werbetrommel gerührt.

"So eine Auszeichnung ist natürlich auch gut für das Ansehen eines Vereins", weiß Delissen, "schließlich ist es im Frauenfußball immer noch verdammt schwer, Unterstützung zu finden." Unterstützung kann der SVH allerdings gut gebrauchen, denn nach einigen knapp verpassten Aufstiegen soll es endlich wieder zurück in die Regionalliga gehen. Von 2004 bis 2007 hatte Hemmerden schon einmal in der dritthöchsten Spielklasse gekickt. "Von dem Abstieg hat sich der Verein wieder gut erholt. Jetzt wissen wir, was auf uns zukommt, alle stehen hinter dem Aufstieg", erklärt Delissen. Wobei die 34-Jährige in erster Linie an die junge Mannschaft denkt. Sie selbst bräuchte das Abenteuer nicht mehr unbedingt. Zum einen sind die Spiele und das Training schwer mit dem Schichtdienst bei der Polizei unter einen Hut zu bekommen, zum anderen hat sie sportlich auch schon fast alles erlebt.

Schon im zarten Alter von 17 schaffte die gebürtige Mönchengladbacherin mit dem STV Lövenich aus Erkelenz den Aufstieg in die Bundesliga. Nachdem sie zwischenzeitlich in Giesenkirchen mal nur noch auf Hobbyniveau in der Kreisliga gespielt hatte, schloss sie sich 2003 den Hemmerdenerinnen an, mit denen sie dann auch den Sprung in die Regionalliga schaffte. Ob es für den aktuellen Tabellendritten nach der laufenden Saison wieder dorthin geht, hängt sicher auch von einem guten Start in die Restsaison ab. Schließlich gilt es, vier Punkte auf Primus Essen-Schönebeck II aufzuholen. Los geht's nach der Winterpause am 4. März mit der Auswärtspartie gegen den SV Fuhlenbrock.

(NGZ)